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Bastian Sick und die Fehler der anderen

Meist verstreichen einige Sekunden, ehe Bastian Sick seine Antworten formuliert. "Aus persönlichem Ansporn", wie er sagt. "Ich bin zögerlicher im Umgang mit der Sprache geworden, kontrolliere mich selbst permanent."

Schließlich ist der Journalist ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod") berühmt dafür, die Irrungen und Wirrungen der deutschen Sprache amüsant darzustellen, auch in seinem neuen Werk "Wie gut ist Ihr Deutsch?", das der 46-Jährige im Rahmen seiner Deutschlandtournee "Nur aus Jux und Tollerei" am 20. April in der Berliner Universität der Künste präsentiert.

Unterhaltsam soll es sein, das ist ihm wichtig. Er möchte nicht den Oberlehrer spielen, nicht "nur die Fehler, sondern die Möglichkeiten" der Sprache aufzeigen. Nicht jeder Anglizismus ist daher zu verteufeln, nicht jeder grammatikalische Missbrauch seines Gegenübers zu kritisieren. Das, sagt Bastian Sick, sei unhöflich. "Und bei guter Sprache geht es häufig auch um gute Sitten." Ein Maßstab bei seiner Bewertung, inwieweit dehn- und wandelbar einige Begriffe sind, ist seine Mutter. "Denn wenn sie etwas nicht mehr versteht, wird es den meisten ähnlich ergehen." Aufgebraucht ist der Fundus des Kolumnisten von "Spiegel online" nicht. Unzählige Zuschriften, Belegfotos oder Prospekte schicken ihm seine Leser. "Ich habe den Luxus auszuwählen." Doch trotz all der Reizüberflutung an schiefen Wortspielen könne er durchaus noch entspannt Zeitung lesen oder Fernsehen gucken. Schließlich lebt Sick davon - von den Fehlern der anderen.