Deutschlandtournee

Schlagerveteran Tony Christie singt in Berlin

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1971 fragte Tony Christie zum ersten Mal nach dem Weg nach Amarillo im US-Staat Texas - ein Song, der zum Ohrwurm wurde.

Seitdem feiert der Brite gefühlt alle zehn Jahre ein Comeback. Nun, mit 68 Jahren, hat er sich neu erfunden und verblüfft mit seinem Spätwerk. "Now's the Time" heißt sein neues Album mit tanzbarer Retromusik. Anfang Februar kommt er auf Deutschlandtournee, am kommenden Sonntag spielt er in Berlin im "Huxley's Neue Welt" an der Hasenheide.

Dass er auf einmal wieder als cool gilt und neben seinen alten Fans auch ein jüngeres Publikum begeistert, amüsiert den Musiker. "Ich weiß eigentlich nicht, warum ich cool sein soll. Vielleicht, weil ich zu meinen Wurzeln zurückgegangen bin: meiner Musik aus den Sechzigern. Ich dachte mir, dass ich jetzt in diesem Lebensabschnitt noch einmal Alben machen will, auf die ich richtig stolz sein kann. Die einfach für jeden etwas sind. Und bei denen man nicht automatisch an "Amarillo" und so denkt." Seine neue CD beschreibt er als großen Mix. "Es ist ein bisschen Blues, ein bisschen Northern Soul, ein bisschen R'n'B, ein bisschen von allem. Es ist eine nette Art von Musik, die mir leicht fällt zu singen." In Deutschland kennt man Christie nach wie vor als Schlagersänger, was auch an seiner Zusammenarbeit mit Produzent Jack White liegt. "Ach, das waren doch nur drei Jahre mit Jack. Ich habe das getan, weil es mir angeboten wurde. Zu der damaligen Zeit hatte ich keinen Plattenvertrag. Und es war sehr erfolgreich. Es war im Wesentlichen nicht meine Musik, aber ich bereue es nicht."

Auf seine Deutschlandtour freut er sich. "Ich biete meinen Fans einen Querschnitt durch meine musikalische Karriere, durch die letzten 50 Jahre. Wenig Show, viel pure Musik und Stimme. Ich hoffe, dass die Leute, die den Schlager-Kram gekauft haben, nicht enttäuscht sind, wenn ich kaum Schlager singe." Seine Karriere bezeichnet er als Achterbahnfahrt. "Es ging hoch und runter, hoch und runter. Aber Leute - ich bin immer noch da!"

( dpa/BM )