Anja Kling

Alles klar, Frau Kommissar

Kinderhort, Klavierunterricht, Kieferorthopäde, Tennistraining - der Terminkalender von Schauspielerin Anja Kling ist so voll wie der jeder anderen berufstätigen Mutter.

"Klar stehe ich mal unter Stress", sagt die 41-Jährige, die mit ihrem Lebensgefährten Jens Solf (44) und den gemeinsamen Kindern Tano Adrian (11) und Alea Jolie (7) in Wilhelmshorst bei Potsdam lebt. "Aber die meiste Zeit ist es positiver Stress, zum Beispiel wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin. Manchmal nehme ich sie mit zum Set."

Dass sie der Alltag als Mutter und Schauspielerin stärkt, bemerken auch ihre Kollegen. Anja Kling, die am Dienstagabend als psychisch labile Kommissarin im Pilotfilm zur vielleicht bald neuen Sat.1-Krimireihe "Hannah Mangold & Lucy Palm" zu sehen sein wird, erschien nach Auskunft ihrer TV-Kollegin Britta Hammelstein immer gut gelaunt am Set. "Ein Morgenmuffel war ich noch nie", weiß Anja Kling über sich selbst zu sagen. "Ich bin eigentlich immer sofort fit morgens und habe erst mal gute Laune." Und genau die versucht sie dann ihren Mitmenschen weiterzugeben. "Ich behandle jeden so, wie ich auch behandelt werden will", erzählt sie. Anstatt zurückzuschauen, sei sie eher immer gespannt, was als Nächstes passiere.

Der Grund für diesen Optimismus liegt in ihrer Erziehung. Als junges Mädchen in der DDR war Anja Kling schüchtern. "Ich war so ruhig und leise, dass ich mich in der Klasse nach hinten stellen musste und meinen Satz so lange wiederholen musste, bis mich die Lehrerin vorne richtig verstanden hat", erinnert sie sich. "Das war aber nicht demütigend. Ich hatte eine ganz tolle Lehrerin, die mich sehr unterstützt hat." Und sie hatte ihre Familie als Basis: "Ich wurde in meinem Elternhaus sehr gestärkt. Mein Vater und meine Mutter hatten immer Vertrauen in mich gezeigt und uns vermittelt, dass wir alles schaffen."

Kling hat einiges geschafft, muss sich um ihre berufliche Zukunft aktuell keine Sorgen machen: So ist sie in diesem Jahr in verschiedenen Fernsehproduktionen und auch mit "Hanni und Nanni 2" wieder im Kino zu sehen. Sie schätzt sich glücklich, heute alle Genres bedienen zu dürfen, denn sie weiß um die Schwierigkeiten ihres Berufs - gerade für älter werdende Kollegen. "Für alle in der Filmbranche hat sich der Druck erhöht. Es ist schon so, dass Männer mit dem Alter interessanter werden. Frauen ab Mitte 40 haben es schon schwerer", sagt sie und zeigt Unverständnis für die Folgen: "Viele fangen an, an sich herumschnippeln oder sich botoxen zu lassen, weil sie Angst um ihren Job haben." Anja Kling hat keine Angst vor dem Alter - und erst recht keine Zeit für solche Sorgen.