Pierrot

Der erste Regiepreis für Doris Dörrie

Einen Moment lang schien es wieder nichts zu werden mit dem ersten Regiepreis für Doris Dörrie.

Schriftsteller Ferdinand von Schirach hatte am Freitagabend seine Laudatio gehalten, Dörrie stand auf der Bühne bereit - doch es fehlte der Bayerische Filmpreis, die Porzellanfigur "Pierrot". Schon wollte die Regisseurin in den Saal rufen, da kam als Überraschungsgast die Hauptdarstellerin ihres neuen Films "Glück", die italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher, auf die Bühne: mit einem "Pierrot" in der Hand. Ausgezeichnet wurde Dörrie für einen Film, der noch nicht zu sehen ist: "Glück" feiert auf der Berlinale Weltpremiere und kommt am 23. Februar in die Kinos.

Insgesamt wurden während der mehr als zweieinhalbstündigen feierlichen 33. Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Münchner Prinzregententheater Auszeichnungen in 14 Kategorien vergeben. Auf der Bühne wechselten sich prominente Laudatoren wie die Schauspieler Axel Milberg, Günther Kaufmann und Hannah Herzsprung ab. Auszeichnungen gab es unter anderem für Andreas Dresens Sterbedrama "Halt auf freier Strecke" (Produzentenpreis und beste Darsteller) und für Leander Haußmanns Tragikomödie "Hotel Lux" (Produzentenpreis). Den Publikumspreis erhielt Simon Verhoeven für seine zweite "Männerherzen"-Komödie.

Immer wieder entlockte das Moderatoren-Team den prominenten Gästen im Theater Anekdoten. So berichtete Dörrie von ihrem ersten Kinobesuch im Alter von sieben oder acht Jahren: Ihr Vater habe ihr bei Winnetou bei dramatischen Szenen immer die Augen zuhalten müssen. Geweint habe sie trotzdem.

Zum Abschluss der Gala erhoben sich die Zuschauer im Saal zu stehenden Ovationen für einen der bedeutendsten deutschen Regisseure: Wim Wenders wurde für seine herausragenden Leistungen für den deutschen Film mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Nach seinen Dankesworten stellte der 66-Jährige klar, dass er ungeachtet der Auszeichnung für sein Lebenswerk nicht ans Aufhören denke: Mit dem Preis sei ja kein Berufsverbot verbunden, "also machen wir weiter".