Fernsehen

"Gottes Zoo ist unerschöpflich"

| Lesedauer: 3 Minuten

Moderator Günther Jauch (55) steht vor einem großen Jubiläum: Am 3. Februar zeigt der Kölner Privatsender RTL die 1000. Folge seiner Quizshow "Wer wird Millionär?". Zur Feier des Tages verdoppelt ihm RTL die Sendezeit auf zwei Stunden.

Seit der ersten Ausgabe der Sendung am 3. September 1999 hat Jauch in bislang 988 ausgestrahlten Folgen mehr als 26 500 Fragen gestellt, rund 2050 Kandidaten saßen auf dem Ratestuhl, es wurden mehr als 74 000 000 Euro erspielt, sieben Kandidaten gingen als D-Mark- oder Euro-Millionäre nach Hause. Drei weitere Millionäre gab es in den Prominentenausgaben.

Jauch macht die Show auch nach mehr als zwölf Jahren Freude. "Dadurch, dass immer neue und andere Menschen in meiner Show antreten, wird es immer interessant bleiben", sagte der beliebte Moderator. "Gottes großer Zoo ist einfach unerschöpflich, und so mache ich mir keine Sorgen, dass die Sendung jemals langweilig werden könnte." Seit dem Beginn der Show hat sich Günther Jauch nach eigenem Bekunden weiterentwickelt. "Wenn man die ersten Sendungen mit denen von heute vergleicht, dann war ich damals viel langsamer", sagte er. "Am Anfang musste ich vor allem das richtige Gefühl für das Tempo bei den Fragen entwickeln. Wann lässt man einem Kandidaten Zeit und wann nicht? Heute schaffe ich mehr Fragen pro Sendung und habe generell ein besseres Gefühl für das Timing der Sendung entwickelt."

Inzwischen sind Begriffe wie "Telefonjoker", "Publikumsjoker" und "Fifty-fifty-Joker" Allgemeingut und auch schon im Duden zu finden. Der Auftritt von "Emma"-Chefin Alice Schwarzer wurde 2004 mit dem Bambi belohnt. Hape Kerkeling trank als Horst Schlämmer mit Jauch Brüderschaft, küsste ihn, vertauschte die Plätze und stellte schließlich Jauch die Eine-Million-Euro-Frage. In der jüngsten Prominenten-Ausgabe der Show räumte die Moderatorin Barbara Schöneberger eine Million Euro für einen guten Zweck ab.

Bei den Zuschauern gehört die Rateshow nach wie vor zu den beliebtesten Sendungen - und zwar bei Jung und Alt. 2011 schauten durchschnittlich 6,7 Millionen Zuschauer die Sendung. Der Marktanteil bei den für RTL wichtigen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren betrug im Schnitt 19,4 Prozent. Zuletzt geriet aber selbst Jauch durch die erfolgreiche ProSieben- und Sat.1-Castingshow "The Voice of Germany" mit Nena in Bedrängnis.

Dennoch, meldete RTL diesen Montag, sei ein Ende der Show nicht absehbar. Dabei muss sich der Sender seinen Moderator inzwischen mit der ARD teilen. Dort präsentiert Jauch seit September 2011 immer sonntags um 21.45 Uhr seine politische Talksendung "Günther Jauch". Dafür hatte er auch die Moderation des RTL-Magazins "Stern TV" abgegeben.

Jauch, der über die Prominenz im TV einmal gesagt hat: "Ich behaupte, die Halbwertszeit für Fernsehleute liegt bei sechs bis neun Monaten (...) Etwas mehr als zwei Jahre - dann erinnert sich niemand mehr", kann sich nicht beklagen: Nach mehr als zwölf Jahren "Wer wird Millionär?" kennen und mögen ihn immer noch sehr viele.