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Hoffnung auf mehr mutige Frauen

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Klaus Unrath (41) ist die eine Hälfte des Labels Unrath & Strano. Gemeinsam mit seinem Partner Ivan Strano lässt der Modemacher prominente Frauen wie Minu Barati-Fischer, Franziska van Almsick oder Eva Padberg in eleganten Roben glamourös über den roten Teppich schreiten.

Der Designer glaubt fest an die Zukunft Berlins als Modemetropole - auch wenn die Stadt bereits oft niedergeschrieben und für "zu viel Streetstyle, zu wenig Glamour" kritisiert wurde. "Das ist etwas typisch Deutsches: Man schreibt hier lieber etwas runter, als dass man etwas lobt", sagt Unrath. Er und Ivan Strano kennen die Höhen und die Tiefen des Modegeschäfts. 2002 gründeten sie ihr Label in Berlin und machten sich schnell einen Namen - gerade durch ihre Beliebtheit bei den Prominenten. "Als wir nach Berlin kamen, gab es hier kaum ein Label, das richtige Abendmode gemacht hat. Da sind die Promis schnell darauf angesprungen. Wir haben Fernsehmoderatorinnen wie Eve-Maren Büchner, Mareile Höppner oder Karen Webb ausgestattet. Heute sind viele privat Kundinnen bei uns."

2010 kam eine schwere Krise, das Label musste Insolvenz anmelden. Doch Unrath & Strano gaben nicht so schnell auf: 2011 stieg Elna-Margret zu Bentheim, Erbprinzessin eines Fürstenhauses aus dem Münsterland, in das Label ein und unterstützt die Designer seitdem als Geschäftspartnerin.

"Wir schaffen es in Deutschland leider nicht, die Modeszene, wie in anderen Ländern, unter einen Hut zu bekommen", bedauert Unrath. Dennoch findet er: "Berlin hat durch die Fashion Week viel Glamour bekommen." Er wünscht sich 2012 mehr Modemut, vor allem in der Politik. " Michelle Obama trägt amerikanische Labels und wirbt so für diese. Auch, dass Carla Bruni Haute Couture trägt, ist logisch. In Frankreich ist Mode ein Teil der Kultur", so Unrath. "Die deutschen Politikerinnen sind nicht so modeaffin, das ist das Problem. Sie haben Angst, in der Politik als Modepüppchen verschrien zu sein. Wenn wir Bundeskanzlerin Angela Merkel sehen, fallen uns spontan viele Schnitte ein, die ihr mehr schmeicheln würden."