Wellness

Schlank und fröhlich mit Yoga

Susanne Fröhlich betritt die Lobby - und fast hätte man sie nicht erkannt. Deutschlands bekanntestes Moppel-Ich ist quasi nur noch die Hälfte. Oben herum ist sie die Altbekannte mit ihrer imposanten Löwenmähne und dem ansteckenden, kernigen Lachen, doch halsabwärts ähnelt sie eher Heidi Klum.

Die gertenschlanken Beine stecken in hautengen Lederleggins, und der schwarze Blazer sitzt so tailliert, dass selbst die schmale Klum vor Neid erblassen würde. Die 49-jährige Hessin ist innerhalb eines Jahres von Konfektionsgröße 46 eingeschmolzen auf 36. Ohne Kohlenhydrateverzicht, Kalorienzählen und sich kasteien. Ganz im Gegenteil. "Ich esse, worauf ich Lust habe", sagt Susanne Fröhlich

Ihr Geheimnis heißt: Yoga. Überredet zu der fernöstlichen Lehre für Geist und Körper wurde die zweifache Mutter von Schauspielerin Ursula Karven , die ein bekennender Yogi ist. "Ursula hat versprochen, es würde meine Haltung, meine Beweglichkeit und meine Muskulatur verändern. Ich dachte: 'Wenn nur ein Bruchteil zutrifft, ist das eine Supersache'". Gesagt, getan. Drei Monate wollte die Journalistin und Buchautorin durchhalten und täglich trainieren. "Ich habe gedacht, das ist kein Sport, da liegt man nur rum, atmet, und die Luft ist voll Räucherstäbchengeruch", erinnert sie sich lachend. Doch mit der ersten Übung kommt die Ernüchterung für die Halbmarathonläuferin. "Ich konnte nichts. Die Übung 'Herabschauender Hund' soll eigentlich zum Entspannen sein, doch mir tat dabei alles weh: die Arme, der Rücken, sogar die Fersen." Susanne Fröhlich gibt nicht auf, täglich schwingt sie sich auf die beige Matte, die ihr Ursula Karven geschenkt hat, kämpft sich durch "Hunde", "Krähen" und "Tauben". Aus drei Monaten werden ein Jahr, ein Buch und eine neue Susanne Fröhlich.

25 Kilo sind nun runter - obwohl Abnehmen gar nicht ihre Motivation war. "Ich hatte schon vor Jahren beschlossen, mich nicht mehr um mein Gewicht zu kümmern, denn letztendlich gibt es im Leben Wichtigeres als den Oberschenkelumfang", erklärt sie. In ihrem Buch "Der Hund, die Krähe, das Om... und ich", räumt sie mit Vorurteilen gegenüber Yoga auf und erzählt witzig von ihren persönlichen Veränderungen - die ihr zuerst gar nicht selbst auffielen. "Die Kassiererin im Supermarkt fragte mich, ob ich abgenommen hätte", erzählt sie. Tatsächlich purzelten jeden Monat ein paar Kilo. "Die Muskel fraßen den Speck weg", erklärt die Frohnatur. Heraus kam eine neue Susanne Fröhlich, die sich auch innerlich verändert hat.

"Ich bin viel gelassener geworden, nicht mehr so ein Unruhegeist", sagt Fröhlich, die sich vor drei Jahren nach mehr als 20 Jahren Partnerschaft von 3sat-Moderator Gert Scobel getrennt hat. "Ich rege mich nicht mehr über jeden Dreck auf. Das spart viel Energie." Außerdem hat sie dank Yoga gelernt, auf ihren Körper zu hören und nicht wie ein Pawlowscher Hund nach jedem Stück Streuselkuchen zu schnappen, das des Weges kommt.

Noch immer macht sie täglich mindestens 15 Minuten Yoga, doch was ist geblieben von ihren Vorurteilen gegenüber der Yoga-Welt? "Ich werde nie an Chakren glauben, doch das letzte Mal habe ich sogar ,geomt' und mal sehen, vielleicht kommt der Tag, an dem ich sogar Räucherstäbchen kaufe."