Konzert

Kurzbesuch eines Rastlosen

Es blieben ihm nur wenige Stunden. Und selbst die waren zu ausgefüllt, als dass er zumindest einmal seine Wohnung in der Stadt hätte betreten können.

David Garrett, der ewig reisende Violinist, gab nur einen Kurzauftritt im Berliner Hotel "Adlon". Der Anlass, wie sollte es anders sein: seine Arbeit, seine Musik. Davon wird es im kommenden Jahr reichlich geben. So plant er neben der bereits ausverkauften "Recital"-Tournee im April mit "Rock Anthems" noch eine zweite Konzertreihe, zudem wird er ein weiteres Album aufnehmen. "Ich brenne einfach für das, was ich mache", sagte der 31-Jährige.

Gewohnt lässig gab er sich im Gespräch mit Konzertveranstalter Peter Schwenkow, keine Spur von Müdigkeit. Neue Projekte, neue Herausforderungen würden ihn zu sehr reizen, als dass er sie unbeachtet lassen könne. Stillstand, das sei nichts für ihn. Seine Fans wird es freuen, sind sie ihm doch genauso treu wie einige Kritiker. Zu kommerziell für Klassik ist er für diese. Damit, sagte der gebürtige Aachener, könne er längst umgehen. "Ich höre mittlerweile lediglich zwei, drei Menschen zu, deren Meinung mir wirklich wichtig ist." Dem israelischen Geiger Itzhak Perlman etwa. "Wenn der etwas auszusetzen hat, nehme ich es mir zu Herzen."

Der Arbeitswille David Garretts kennt jedoch auch seine Grenzen: Über Weihnachten gönnt er sich einige Tage Urlaub, feiert mit seiner Familie in New York, wo er ein Apartment besitzt. Dann, erzählte er, möchte er mal wieder wissen, wie sich das so anfühle - ein Zuhause zu haben.