Vicky Leandros

Sport, Salat und Swing

Die Arbeit ist keine Last, sondern Lust. Wer Sängerin Vicky Leandros ("Apres-toi", "Theo") erlebt - auf der Bühne oder im Gespräch im "Tipi am Kanzlerabend", wo sie seit Wochen mit dem Capital Dance Orchestra probt - spürt ihre unbändige Lust am Leben, ihre Kraft.

Obwohl die Griechin im kommenden Jahr 60 wird, denkt sie nicht daran, mit dem Singen aufzuhören. "Wissen Sie, die Kinder sind aus dem Haus", sagt sie. Was also spricht dagegen, sich mit voller Energie in die Arbeit zu stürzen?

Vom 26. Dezember an, wenn andere die Füße hochlegen und Gans, Kekse und Dominosteine unter dem Weihnachtsbaum verspeisen, wird sie bis zum 30. Dezember im "Tipi" fünf Konzerte geben. Für die Liederabende mit der Big Band hat sie ihre alten Hits, englische und französische Lieder sowie ein griechisches und ein deutsches Medley neu arrangiert. "Die Songs klingen anders. Sie swingen", beschreibt sie. Mehr will sie nicht verraten. "Musik kann man nicht in Worte kleiden."

In diesen Wochen hat Vicky Leandros, die seit einigen Jahren in Berlin-Mitte wohnt und längst zur Hauptstadt-Society gehört, ein strammes Programm. Kirchenkonzerte führen sie kreuz und quer durch Deutschland. Nicht einmal zur großen TV-Spendengala "Ein Herz für Kinder" am 17. Dezember, für die sie auf Gut Basthorst ihres Ex-Mannes Enno Freiherr von Ruffin mit einer gemeinsamen Aktion mit Udo Lindenberg , Ursula Karven und H.P. Baxxter von Scooter vor kurzem 66 600 Euro gesammelt hat, wird sie es schaffen. Sie steht abends in Erfurt auf der Bühne. Zur Aftershowparty will sie aber noch vorbeikommen. Das ist Ehrensache.

Woher sie die Energie nimmt? "Singen, schreiben, komponieren sind meine Leidenschaften", sagt Leandros. "Natürlich gibt es Tage, an denen ich auch mal müde bin und am liebsten nicht arbeiten würde." Aber sie kann nicht anders. Und sie gibt auf sich Acht. "Ich esse viel Salat, Gemüse und etwas griechischen Schafskäse. Das reicht mir normalerweise."

Nur wenn sie Auftritte hat, kommt zusätzlich Eiweiß auf den Speiseplan: "Filetsteaks, Rumpsteaks, Hauptsache viel Fleisch." Zusätzlich hält sie sich mit Sport fit. Den macht sie zwar nicht ganz so leidenschaftlich wie ihre Musik, aber es muss sein. Für zweieinhalb Stunden auf der Bühne braucht man eine gute Kondition, die sie sich mit zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche - Power-Walking, Jazz-Dance und Pilates - erarbeitet.

Es lohnt sich. Dass die dreifache Mutter 60 wird, ist ihr nicht anzusehen. Und auch ihr Leben ist alles andere als langweilig: Leandros ist viel in Berlin unterwegs, am liebsten "im Borchardt, im Grill Royal, im Soho House", sogar im Szeneclub "King Size", den sie "wunderbar" findet. Sie genießt das Leben.

"Als Frau freut man sich nicht, wenn man älter wird", sagt sie. "Aber ich kann es nicht ändern. Jeder Mensch wird älter." Immerhin kann sie für sich sagen: "Ich habe viel hinzugelernt in meinem Leben. Ich bin reifer geworden."