Ausstellungszyklus

Kraftvoll und provokant

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Der Regierungswechsel in Italien hat offenbar keinen Einfluss darauf, ob und wie lange der italienische Botschafter Michele Valensise und seine Frau Elena in Berlin bleiben werden.

"Wir bleiben in der Hauptstadt", stellte der Diplomat klar. Dabei hatte es zuvor geheißen, dass das sympathische Paar, das die Diplomatenszene auf so angenehme und kulturinteressierte Weise bereichert hat, Berlin verlassen wolle. Doch Valensise versicherte bei der Eröffnung des vierten und letzten Teils der Ausstellungsreihe "ITaliens | junge Kunst in der Botschaft" am Mittwochabend: "Wir haben in der Zukunft noch viele weitere schöne Projekte geplant." Seine diplomatische Tätigkeit in Deutschland sei nicht an eine feste Periode gekoppelt, erklärte er. "Ich könnte morgen gehen und genauso gut auf unbestimmte Zeit bleiben."

Und genau das wünschten sich die rund 300 kulturbegeisterten Gäste, darunter die Vorsitzende des Vereins der Freunde der Nationalgalerie, Christina Weiss , Kunstsammler Heiner Pietzsch und der ehemalige Protokollchef der Bundesregierung, Bernhard von der Planitz , die die Ausstellung in der Residenz an der Hiroshimastraße besichtigten.

Mit dem Projekt, das die Botschaft im April 2010 zusammen mit dem Italienischen Kulturinstitut in Berlin ins Leben gerufen hat, wollen die Valensises die Arbeit junger italienischer Künstler, die in Berlin leben, fördern. Die Kuratorinnen des Projektes, Alessandra Pace und Marina Sorbello , haben für die aktuelle Ausgabe von "ITaliens | junge Kunst in der Botschaft" Werke von 14 italienischen Künstlern ausgewählt. Diese wurden in den verschiedenen Bereichen der Botschaft, von den Repräsentationsräumen bis zum Innenhof des Palazzo, von der Krypta im Kellergeschoss bis zum monumentalen Eingang und einigen Büroräumen, installiert. Die Ausstellung schließt auch ein Sonderprojekt der Künstlerin Monica Bonvicini ein, die im Speisesaal der Residenz das Werk "Straps and Mirror" präsentiert.

Die Valensises genießen das kulturelle Leben in der Hauptstadt. "Die Kunst- und Kulturszene ist fantastisch", schwärmte Elena Valensise. Ihr Ziel, das Gebäude für die Berliner zu öffnen, haben sie und ihr Mann erreicht: Mehr als 4000 Besucher haben die Räume der Residenz besichtigt. "Das ist mein modernes Verständnis von Diplomatie", sagte Michele Valensise. Sich nicht in den verschlossenen Kreisen der Diplomatie zu verstecken, sondern "den Dialog zwischen Italienern und Deutschen zu fördern."

( Kati Degenhardt )