Bärenskulptur

Ein echter Kennedy

Er ist zurückgekehrt. Nach fünf Jahren wieder zu Hause. Denn als eben solches bezeichnet Anthony Kennedy Shriver Berlin. Jene Stadt, die seinem Onkel, dem legendären US-Präsidenten John F. Kennedy so am Herzen lag.

Und von der ihm seine Mutter Eunice früher regelmäßig vorschwärmte. In ihrem Namen nun weihte der 46-Jährige am Freitag vor der O2-Arena eine vom Pop-Art-Künstler Romero Britto gestaltete Bärenskulptur ein.

Dutzende Schaulustige waren gekommen. Sie wollten einmal einem Kennedy die Hand schütteln, der mit seinem jungenhaften Charme viel vom Mythos des Clans verkörpert. "Der Bär symbolisiert die Verbindung meiner Familie mit den Menschen hier", sagte er. Seine 2009 verstorbene Mutter, Schwester von John F. Kennedy, mit der er 2006 zuletzt nach Berlin reiste, wäre "stolz" darauf gewesen. Sie arbeitete noch kurz vor ihrem Tod an dem Konzept für die Figur mit. Freundschaft - das war das Motiv, was verdeutlicht werden sollte. Ganz im Sinne der Hilfsorganisation Best Buddies, die Anthony Kennedy Shriver 1989 als Student gründete und mit der er den Kontakt zwischen nicht behinderten Schülern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung fördern möchte. Seine Mutter habe es ihm vorgelebt, sich zu engagieren, sagte er. Sie rief 1968 die Special Olympics ins Leben. Für Anthony Kennedy Shriver war der Umgang mit geistig behinderten Menschen deshalb Normalität. Genauso wie sein prominenter Familienname. Seinen Onkel lernte er nicht mehr kennen, doch sei seine Mutter ihm sehr nah gewesen. Sie begleitete ihn auch 1963 nach Berlin, wo Kennedy den legendären Ausspruch "Ich bin ein Berliner" tätigte. Ein Satz, dem sein Neffe heute noch gern beipflichtet.