Aids-Gala

Der große Abend der roten Schleifen

Lachen befreit. Das war von Anfang an das Motto der Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung, die am Sonnabend zum 18. Mal in der Deutschen Oper 1800 Gäste anlockte.

Lachen, das humorvolle Miteinander und der ungezwungene Umgang mit dem Thema Aids sollen auch in Zukunft das Motto des glamourösen Benefizabends bleiben, auch wenn die Aidsgala mit Vicco von Bülow im August ihren humorvollen Unterstützer verloren hat. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit würdigte Loriot als einen von Deutschlands wichtigsten Künstlern. Sein Humor sei "unerreicht und unerreichbar." Insofern gelte einer seiner unvergessenen Sätze: "Ja, früher war mehr Lametta." Doch auch am Sonnabend verbreiteten elegant gekleidete Damen und Herren Glamour für den guten Zweck - mittendrin die Minister Guido Westerwelle und Daniel Bahr , die Fraktionschefs Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Renate Künast (Grüne), Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers und Charity-Lady Ute-Henriette Ohoven .

Bundespräsident Christian Wulff , der mit seiner Frau Bettina in die Oper gekommen war, schloss sich der Würdigung für Loriot an. Dann warb er für mehr Aufmerksamkeit im Umgang mit Aids, für mehr Aufklärung. Er habe den Eindruck, "die drei Buchstaben HIV haben für junge Menschen vieles von ihrer Bedrohlichkeit verloren. Viele Warnungen laufen heute ins Leere". Deshalb sei die Arbeit der Deutschen Aids-Stiftung so wichtig. "Heute ist jeder Platz ein wirklich guter Platz und jede Karte ein Bekenntnis für die Solidarität", dankte er deshalb dem Publikum. Das musste sich vier Reden lang - neben Wowereit und Wulff sprachen noch die Ehrenvorsitzende der Aids-Stiftung, Rita Süssmuth , und Ulrike Lipke von der Stiftung Docstogether.net - gedulden. Dann trat Max Raabe ("Es tut sehr weh, weil Loriot morgen zum ersten Mal nicht anrufen und fragen wird, wie es so gelaufen ist") ans Mikrofon, um zur Operngala unter Leitung von Donald Runnicles überzuleiten. Aber so ist das eben an diesem Abend. Neben dem Musikgenuss geht es um den Kampf gegen Aids. Guido Westerwelle sagte, trotz besserer Behandlungsmethoden sei "Aids keine Krankheit wie jede andere auch. Aids ist nach wie vor nicht heilbar." Janine White erinnerte an Irina Pabst, die die Aidsgala mit ins Leben gerufen hat. "Ich würdige ihre Arbeit, indem ich versuche, jedes Jahr zu kommen und die Arbeit, die sie begonnen hat, fortzuführen." Und das mit einem bezaubernden Lächeln.

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