13. Medienpreis

"Wir müssen genauer hinschauen"

Hilfsbedürftige Kinder standen im Mittelpunkt: Bei der 13. Medienpreis-Verleihung der Kindernothilfe am Freitagabend im E-Werk in der Wilhelmstraße wurden Journalisten geehrt, die mit ihren Beiträgen auf die Not von Kindern in aller Welt aufmerksam machen.

"Wir sind leider eine Gesellschaft des Wegsehens geworden", sagte Schirmherrin Christina Rau . "Aber das ist falsch. Wir müssen genauer hinschauen." Gemeinsam mit Jürgen Thiesbonenkamp , dem Vorstandsvorsitzenden der Kindernothilfe, begrüßte Christina Rau rund 400 Gäste zur festlichen Preisverleihung.

Schauspielerin Natalia Wörner , die verschiedene Projekte der Kindernothilfe unterstützt, betonte: "Je präziser und ehrlicher auf die Notlage von Kindern aufmerksam gemacht wird, egal ob in Deutschland oder in anderen Ländern, umso besser." Wörner ist Mutter eines vierjährigen Sohnes. "Natürlich berühren mich die Schicksale der Kinder noch mehr, seit ich selbst Mutter bin." Auch Schauspielerin Tina Ruland , die mit ihrem Mann Claus G. Oldörp ins E-Werk gekommen war und den einjährigen Sohn Vidal beim Babysitter gelassen hatte, sagte: "Die Not der Kinder geht mir sehr nahe. Aber da hilft nur: aktiv werden und etwas tun."

In vier Kategorien wurde der Medienpreis der Kindernothilfe vergeben. Gewinner in der Kategorie Fernsehen sind Detlef Flintz und Gönke Harms , die für den Beitrag "Kinderschinder. Der Preis für eine Tasse

Kaffee" aus der Sendereihe ARD exklusiv geehrt wurden.

Den Preis in der Kategorie Hörfunk erhielt der Journalist Andreas Boueke für seine Reportage "Der Fluch der braunen Bohnen". Sieger in der Kategorie Print sind Greta Taubert und Benjamin Reuter (taz), die die Jury mit ihrem einfühlsamen Bericht "Der verlorene Sohn" über Kinderadoptionen in Äthiopien überzeugten.

In der Kategorie Foto wurden gleich zwei Preise vergeben, einer an Flurina Rothenberger ("Anabelle"), der zweite an den "Bild am Sonntag"-Fotografen Peter Müller , der unter dem Titel "Diese Kicker treffen ins Herz" eine bewegende Bildstrecke über kriegsversehrte Jungen in Sierra Leone gemacht hat. "Sie alle tragen dazu bei, auf die Lage der Kinder aufmerksam zu machen", sagte Moderatorin Miriam Pielhau , die durch die Veranstaltung führte.

Anschließend ließen Preisträger und Gäste wie Schauspielerin Franziska Weisz und Journalist Ernst Elitz den Abend bei einem geselligen Empfang ausklingen.