Biografie

Veruschka: "Ich fand mich nie schön"

Nonne, Ritter, Alien? Als Deutschlands erstes Topmodel Vera Gräfin von Lehndorff (72) am Mittwochabend den restlos ausverkauften Plenarsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz betrat, war nicht klar, ob sie sich verstecken oder die Blicke auf sich ziehen wollte.

In einem schwarzen, Burka-ähnlichen Gewand und einem Visier vor dem Gesicht kam die unter dem Namen "Veruschka" bekannt gewordene Künstlerin zur Buchvorstellung ihrer gleichnamigen Biografie. Für die selbstbestimmte Verschleierung hatte sie eine ganz einfache Erklärung parat: "Weil es Spaß macht und man die Welt anders sieht."

Auf Einladung der Autorenbuchhandlung Berlin und des DuMont Verlags präsentierte sie das 400 Seiten starke Werk, das aus vielen mit dem Autoren Jörn Jacob Rohwer am heimischen Küchentisch geführten Gesprächen besteht. Das Ex-Model gestand: "Ich fand mich nie schön." Erst als Teenager wurde ihr bewusst, dass sie die Blicke auf sich zog.

In den 60er-Jahren war Veruschka die Muse von Starfotografen wie Richard Avedon und Irving Penn und feierte Partys mit Andy Warhol und Salvador Dalí. Von den nicht ganz so glanzvollen Zeiten ihres Lebens sprach sie, wie in ihrem Buch, aber auch. Krisen, Depressionen und ein Selbstmordversuch, vielleicht brauchte sie all das, "um es in Energie umzuwandeln".

Am Sonnabend signiert Vera Lehndorff, die auf ihren Adelstitel schon lange verzichtet, ihre Biografie in der Autorenbuchhandlung in den S-Bahn-Bögen am Savignyplatz.