Comedypreis

Ewig gleiche Lustigmacher

Der Deutsche Comedypreis wird, obwohl er erst seit 1997 vergeben wird, zum Veteranentreffen. Schließlich gewinnen alljährlich die ewig gleichen Lustigmacher.

"Langsam hat es einen Hauch von Murmeltiertag", sagte daher "Heute Show"-Moderator Oliver Welke. Mario Barth gewann bereits zum siebten Mal. "Er bekommt den Preis schon seit dem Dreißigjährigen Krieg", witzelte Dieter Nuhr , der durch den Abend voller Zoten und geschmacklicher Entgleisungen führte.

Anke Engelke wurde mit "Ladykracher" zum fünften Mal ausgezeichnet, Bastian Pastewka gewann als "bester Schauspieler" zum dritten Mal, ebenfalls Trophäe Nummer drei holte sich Cindy aus Marzahn als "beste Komikerin" im Kölner Coloneum ab. Annette Frier bekam für "Danni Lowinski" zum zweiten Mal den Preis für die "beste Comedyserie". Und Til Schweiger und seine Tochter Emma ließen sich für die erfolgreichste Kinokomödie "Kokowääh" bejubeln. Dieter Nuhr schockte zwischen der Vergabe mit Sätzen wie: "Haiti hatte zwar Cholera, das war auch nicht schön, aber wir haben E10!".

Drei kleine Überraschungen gab es dann aber jenseits des Erwartbaren immerhin doch noch: Der WDR-Film "Neue Vahr Süd" wurde als beste TV-Komödie ausgezeichnet, und die Sendung "Pelzig hält sich" wurde beste Late-Night-Show. Erwin Pelzig konnte die Trophäe allerdings nicht persönlich entgegennehmen, da er gerade für die ZDF-Satire "Neues aus der Anstalt" vor der Kamera stand. Letzte kleine Überraschung des Abends: Den Ehrenpreis erhielt Hella von Sinnen . "Ich bedanke mich bei mir für mein Talent", sagte sie. Dass die schrill-lärmende 52-Jährige diesen Preis überhaupt erhielt, erstaunt vor allem deshalb, weil sie außer bei Auftritten in Talk- und Chartshows nun wahrlich keinen erheblichen Beitrag mehr zur deutschen Humorindustrie leistet. Bei einem in Deutschland dann doch eher überschaubaren komödiantischen Angebot sind Ehrungen in Serie eben programmiert. Dass vor wenigen Wochen der wohl größte deutsche Humorist Loriot starb, fand erst ganz zum Schluss der Sendung in gerade mal zwei Sätzen Erwähnung. "Ein Abend für die deutsche Comedy, die uns Sterblichen mit ihren Späßen immer wieder zeigt, dass der Tod auch eine Erlösung sein kann", sagte Nuhr. Wohl gut, dass Loriot diesen Abend nicht miterleben musste.