Live-Programm

Kurt Krömer will es noch mal wissen

Mit seiner Fernsehshow hat er Abschied gefeiert, als Schauspieler möchte er gerne noch was drehen. Komiker Kurt Krömer (36) bastelt momentan an seiner Zukunft.

An diesem Wochenende startet in Magdeburg seine Deutschlandtour mit dem Titel "Der nackte Wahnsinn". Auf den Tourplakaten wirbt der Comedian halbnackt für seine Show. "Ruff uff die Bühne und dann mal gucken, wat kommt", sagt Krömer, der bis Ende März 2012 durch Deutschland touren will. 65 Live-Auftritte sind geplant. Der Titel ist Programm: "Ich verzichte auf die große Showtreppe und den ganzen anderen Schnickschnack. Nur ich stehe auf der Bühne, sonst ist da nichts", sagt Krömer. Pur und ganz allein, quasi nackt, will er das Publikum unterhalten. Jeden Abend mehr als zwei Stunden lang.

Ein Mammutprogramm, das sich der Komiker zumutet. Und das, obwohl er erst vor einem dreiviertel Jahr, im Dezember 2010, seine damals laufende "Kröm de la Kröm"-Tour absagen musste. Seine Arzt verordnete ihm eine mehrwöchige Ruhepause. "Ich hab mich einfach ins Bett gelegt, weil es nötig war", sagt Krömer rückblickend. Inzwischen fühlt er sich wieder fit und freut sich, live vor Publikum auf der Bühne zu stehen.

"Ich gehe die Sache ganz spontan an", sagt der Mann aus dem Berliner Bezirk Neukölln. Inspirieren lasse er sich vor seinen Auftritten jeweils vor Ort. "In der Stadt, in der ich abends auftrete, gehe ich tagsüber ausgiebig einkaufen und spazieren. Da sehe und erlebe ich die tollsten Sachen." Diese werden dann am Abend ins Bühnenprogramm aufgenommen. "Die Geschichten von der Straße sind meist die größten Brüller", erzählt Krömer. "Und wenn das nicht zieht, erzähle ich vom 18-Prozent-Plan der FDP. Da lacht jeder."

Mit "Krömer - Die Internationale Show" in der ARD hat Krömer dieses Jahr die letzte Runde gedreht. Es war die fünfte und finale Staffel der Show, die seit August 2007 lief. Krömer selbst wollte aufhören, um frei zu sein für Neues. "Ich ziehe lieber selbst den Stecker, bevor es die Zuschauer tun." Zum Abschluss der Show erhielt der 36-Jährige seinen ersten Grimme-Preis als "bester Unterhalter". Er war zuvor fünfmal für die Auszeichnung nominiert gewesen.

"Nach Jahren durchprogrammierter TV-Auftritte will ich meine größte Leidenschaft wieder pflegen, die Spontaneität auf der Bühne", sagt Krömer, der eine Rückkehr ins Fernsehen dennoch "nicht grundsätzlich ausschließt".

Neben seinem Live-Programm auf der Bühne möchte er in Zukunft öfter Filme drehen. "Wenn es nach mir ginge, würde ich gerne mehr als Schauspieler arbeiten", sagt er. Im Sommer hatte er seine erste Kino-Hauptrolle in "Eine Insel namens Udo". Zuletzt stand er drei Wochen für den Kinderfilm "Huck Finn" neben Heike Makatsch und Henry Hübchen vor der Kamera. Der Streifen soll im Winter 2012/2013 ins Kino kommen. "Eine Arbeit, die mir große Freude macht", sagt Krömer. "Wenn ich mehr davon haben könnte, wäre ich einverstanden. Auch wenn es ein langer Fußmarsch sein sollte."