Debüt-Film

Ausgerechnet Sibirien

Ihr Auftreten ist ungewohnt dezent, aber schön. Statt Abendkleid trägt Minu Barati-Fischer, Ehefrau von Ex-Außenminister Joschka Fischer, schlicht Hose und Pulli. Ihre Locken fallen natürlich über die Schultern, das Make-up: sparsam. Aber so muss es sein. Am Set ihres Films "Ausgerechnet Sibirien" an der Seesener Straße ist die junge Produzentin in ihrem Arbeitsalltag zu erleben - Job statt Glamour.

Zwei Jahre lang hat sie zusammen mit Produzentin Skady Lis an dem Projekt gearbeitet, das Buch entwickelt, die Finanzierung über 3,3 Millionen Euro aufgebracht und die Dreharbeiten vor Ort begleitet. "Wir waren die ganze Zeit in Sibirien dabei", erzählt die 35-Jährige. "Zu den Drehorten gehörten Murmansk und St. Petersburg, dazwischen liegen 1500 Kilometer." Ein Team aus 100 Leuten, zwei Monate Drehzeit, das ist schon ein Riesenprojekt. Trotzdem wird sie die Arbeit vermissen, wenn der Film jetzt im Schneideraum fertig gestellt wird und dann im Frühjahr 2012 ins Kino kommt: "Es fühlt sich komisch an, dass es jetzt zu Ende ist."

Zwei Drehtage liegen noch vor der Mannschaft. Regisseur Ralf Huettner ("Vincent will Meer") erzählt begeistert von Sibirien, dem Licht, der Weite, der Unvoreingenommenheit der Menschen. Hauptdarsteller Joachim Król , der einen Angestellten spielt, der nach Sibirien geschickt wird, schwärmt weiter: "Ich bin herzlichen Menschen begegnet, die ich nie vergessen werde." Und zwar ohne ein Wort Russisch zu sprechen. "Zum Sprachenlernen bin ich zu faul", gesteht er. Seine Figur erinnere ihn an seine Filme der 90er-Jahre. "Die beiden Produzentinnen haben mich dazu gebracht, ein paar alte Koffer aufzumachen", sagt er.