Justiz

Mirco-Prozess: Gericht räumt Gerüchte über anderen Täter aus

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen ist am Montag der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath fortgesetzt worden. Das Krefelder Landgericht wollte damit Spekulationen ausräumen, wonach der angeklagte Olaf H. mit seinem Geständnis jemanden decken könnte.

Die zweite Ex-Frau des Angeklagten sagte am Montag noch einmal: "Entweder sind es wirklich zwei Persönlichkeiten, oder er schützt jemanden." Einen Verdacht, wen er decken könnte, habe sie jedoch nicht.

Das Gericht hörte unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen weiteren Zeugen aus dem persönlichen Umfeld des Angeklagten an. Der Vorsitzende Richter betonte mehrfach, dass es keinen Anlass gebe anzunehmen, dass diese Person etwas mit der Tat zu tun habe. In dieser Einschätzung waren sich auch die Anwälte aller Parteien einig.

Das Motiv blieb weiter unklar. Auch er stehe vor einem großen Rätsel, sagte der Verteidiger Olaf H.s. Der hatte angegeben, am Tattag von seinem Chef heruntergeputzt worden zu sein und deshalb unter starkem Stress gestanden zu haben. Telefonrechnungen zufolge, die sein Chef bei Gericht einreichte, hat es jedoch am Tattag offenbar gar kein Gespräch zwischen H. und seinem Chef gegeben. Am Freitag legt der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten über Olaf H. vor.