Fernsehen

Ganz besondere TV-Momente

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Kati Degenhardt

Ob Casting-Shows für Models, musizierende Hunde oder Heiratskandidatinnen für Bauern, "Die Alm", "Big Brother" oder "Das Dschungelcamp". Das Fernsehen sieht mit all seinen Reality-, Unterhaltungs- und Dokuformaten längst nicht mehr so aus wie vor 50 Jahren, als Sendungen wie "Vorsicht Kamera", "Sportschau" und "Jim Knopf" Premiere feierten.

Im gleichen Jahr, 1961, wurde das TV-Supplement "rtv" gegründet.

Ein schöner Anlass, am Donnerstagabend das 50-jährige Bestehen der Zeitschrift mit einer Gala in der Metropolis-Halle in Babelsberg zu feiern und sich an die gute, heile Fernsehwelt zu erinnern. Erstmals vergab eine Jury den "wertvoll-Preis" an Schauspieler, "die in ganz besonderen TV-Momenten Werte verkörpert und weitergegeben haben".

Doch ein glamouröser Rahmen und eine hochkarätige VIP-Liste mit Promis wie der Grande Dame von Bertelsmann, Liz Mohn , und Schauspieler Kai Wiesinger sind noch lange keine Garantie für einen kurzweiligen und amüsanten Abend. Das ahnten die Gäste spätestens, als Helmut Thoma eine nicht enden wollende, anekdotenschwangere Laudatio auf den ersten Preisträger des Abends, RTL-Nachrichtenmann Peter Kloeppel , hielt. Der Beifall des Publikums und die Freude des Geehrten immerhin waren ungetrübt: Kloeppel bekam seinen "Preis der Verständigung" für seine langjährige Arbeit als News-Anchorman. Zu recht. Und eigentlich war es ja eine schöne Idee: Die Macher der Zeitschrift rtv hatten sich zur Feier des Magazins überlegt, fünf TV-Stars mit dem neuen wertvoll-Preis auszuzeichnen. Die nächste Auszeichnung, "Preis der Menschlichkeit" ging an Hannes Jaenicke . Der Schauspieler und engagierte Dokumentarfilmer zeigte sich in seiner Dankesrede überraschend offen in seiner Einschätzung des Fernsehens: "Es ist unglaublich, wie viel man im Fernsehen bewegen kann", sagte er mit Blick auf zum Beispiel den RTL-Spendenmarathon, mit dem für Jaenickes Hilfsprojekte in der ganzen Welt schon viel Geld zusammen gekommen ist. "So ein Preis motiviert mich sehr." Die nächsten Preisträger waren Anna-Maria Mühe ("Zukunftspreis") und Wolfgang Stumph ("Preis der Verbundenheit"). Für den Sachsen Stumph war die Auszeichnung eine besondere Ehre: Er bekam den Leserpreis. "Wenn wir auf mehr als 20 Jahre Einheit blicken, sollten wir mehr das Verbindende und weniger das Trennende sehen", sagte er und hatte gleich ein Beispiel parat: "Wer küsst besser: Ossi oder Wessi? Wer braucht diesen ganzen Schnulli noch", fragte er.

Den Preis für sein Lebenswerk bekam Armin Mueller-Stahl . Für seine "Karriere im besten Sinn - nicht um der Karriere, sondern um der Sache willen. Die Sache, das war und ist die Kunst. Damit hat er Generationen erreicht, berührt und bewegt." Mueller-Stahl sagte bewegt: "Wenn man einen Ehrenpreis bekommt, ist das ein schönes Zeichen, dass man in seinem Leben etwas richtig gemacht hat."