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Marietta Slomka sammelt nicht für Afrika

Die ZDF-Nachrichtenmoderatorin Marietta Slomka (42) liebt Afrika. Erst im vergangenen Jahr widmete Slomka dem schwarzen Kontinent eine Reisereportage, nun hat die Fernsehfrau das Buch zur Dokumentation "Mein Afrika-Tagebuch" veröffentlicht.

Eines jedoch wird man niemals von ihr sehen oder hören: Spendenaufrufe.

"Ich möchte nicht die Prominente sein, die vor einer Lehmhütte steht und suggeriert: Wenn ihr hier spendet, wird alles gut", erklärte Marietta Slomka in der Talksshow "3nach9" und bezog kritisch Stellung zum Thema Entwicklungshilfe. Ein enormes Problem stelle die Wahrnehmung des gesamten Kontinents als "Spendengala-Afrika" dar. "Ich würde nicht sagen, dass man nicht mehr spenden und die Menschen sich selbst überlassen soll. Gerade in Ostafrika haben wir eine akute Notsituation, und da können wir nicht daneben stehen und zusehen, wie Menschen verhungern." Und trotzdem: "Man muss sich fragen, wo die Ursachen für die Probleme liegen und ob die Hilfe die Probleme nicht verlängert, anstatt sie zu lösen." Im Gespräch mit Gastgeber Giovanni di Lorenzo fragte Marietta Slomka: "Muss das sein, dass die Hälfte eines Regierungshaushalts aus Entwicklungshilfe finanziert wird und die Regierung sich darauf verlässt, dass weiter Hilfe kommt und ihr eigenes Geld für Waffen ausgibt?"

Die Afrika-Kennerin möchte trotzdem niemanden vom Spenden abhalten. Sie selbst lehnt, im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen, ein solches Geld-Sammel-Engagement für Hilfsorganisationen rigoros ab.

( sab )