Kulinarisches

Berlins Meisterkoch heißt Marco Müller

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Mathias Stengel

Mit der Wahl von Marco Müller zum "Berliner Meisterkoch 2011" erhält einer der kreativsten Küchenchefs der Hauptstadt den regionalen Ritterschlag für seine außergewöhnlichen Küchenleistungen. Dass Müller ein Meister seines Fachs ist, davon konnten sich Hunderte Leser der Berliner Morgenpost beim Menü im Juli in der "Weinbar Rutz" überzeugen.

Warum der 41-Jährige allerdings so lange auf diese Ehrung warten musste, bleibt ein Geheimnis der von Berlin Partner berufenen Meisterköche-Jury, die mit renommierten Gastro-Journalisten der Stadt besetzt ist. Andere nationale und internationale Gourmetführer wie "Feinschmecker", "Gault Millau" oder "Guide Michelin" sind sich schon seit Jahren einig, dass der gebürtige Potsdamer Marco Müller zu den besten Köchen der Hauptstadt zählt. Nicht ohne Grund behauptet er sich seit vier Jahren souverän als einer von zwölf Berliner Sterneköchen. Doch so wie der Prophet im eigenen Lande zählte offensichtlich auch der kulinarischen Botschafter der Region lange nicht. Nun hat Müller den verdienten Sprung auf den hauptstädtischen Olymp der Gastronomie geschafft.

Neben dem Titel "Berliner Meisterkoch" verlieh die Jury unter Vorsitz von Stefan Elfenbein ("Der Feinschmecker") wie in jedem Jahr seit 1997 weiteren Köchen, Servicemitarbeitern und kreativen Köpfen die begehrten Titel in deren Segment. So überzeugte der 39-jährige Matthias Gleiß die Juroren mit seiner Kochkunst an seiner neuen Wirkungsstätte, dem "Restaurant Volt" am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg. Dafür wurde er zum "Aufsteiger des Jahres" gekürt. Ebenfall nach Kreuzberg ging der Titel "Maître des Jahres", den Heike Seebaum vom "Alten Zollhaus" erhielt. Und mit Robert Wiese vom "E.T.A. Hoffmann" arbeitet auch der "Sommelier des Jahres" in einem Kreuzberger Spitzenrestaurant.

Die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vergebenen Auszeichnung "Gastronomischer Innovator" ging diesmal an einen passionierten Hobbykoch. Doch Berlinale-Chef Dieter Kosslick wurde nicht für seine Kochkünste geehrt, sondern als Initiator des "Kulinarischen Kinos". Das sei nach Meinung der Jury "ein genreübergreifendes Konzept, das den Bereich des Essens und Trinkens, der Kochkunst und Gastronomie in ein anderes Medium, die Filmkunst überführt". Der weltweit anerkannte Erfolg der Reihe beweise ein weiteres Mal, dass in Berlin Ideen geboren und entwickelt werden, die außergewöhnlich und kreativ, dabei tragfähig und von gesellschaftlicher Relevanz sind. Nach Hoga-Präsident Willy Weiland (2008), Promiwirt Roland Mary (2009) und Pomp-Duck-Urgestein Hans-Peter Wodarz (2010) ist Kosslick der vierte Preisträger dieses quasi "Goldenen Bären" der Berliner Gastronomie.

Zumindest gastropolitisch stellt die Region Berlin-Brandenburg eine Einheit dar. So wird jedes Jahr auch der "Brandenburger Meisterkoch" gekürt und geehrt. In diesem Jahr ist dies Marco Giedow vomRestaurant "Alte Schule" in Reichenwalde im Landkreis Oder-Spree.

Am 5. November werden alle ausgezeichneten Köche gemeinsam mit "Hugos"-Sternekoch Thomas Kammeier bei der Meisterköche-Gala im Hotel InterContinental ihr meisterliches Können unter Beweis stellen.