Hochzeit

Heimlich haben sie Ja gesagt

Schöne Überraschung in Potsdam. Während die Vorbereitungen für die kirchliche Trauung noch auf Hochtouren laufen, hat Georg Friedrich Prinz von Preußen heimlich standesamtlich geheiratet.

Der 35-Jährige gab seiner Braut, Sophie Prinzessin von Isenburg (33), am Donnerstag das Ja-Wort. Punkt 12 Uhr verschwand das Paar im Potsdamer Rathaus. Knapp eine halbe Stunde später verließen die Eheleute das Stadthaus wieder. Erster Gratulant im Eheschließungsraum des Gebäudes war Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der das Paar getraut hat. In seiner Rede wünschte Jakobs den Frischvermählten "alles Glück dieser Erde" und "dass die Ehe in den persönlichen und gesellschaftlichen Stürmen der Zeit Bestand hat". Außerdem wünschte er dem Paar, "dass sie immer füreinander da sind".

Wie von beiden gewünscht, verlief die Zeremonie im kleinen Kreis. Strahlend nahmen die Brautleute - sie im cremefarbenen Tüllkleid mit Satin-Blazer, er im dunkelblauen Anzug mit royalblauer Krawatte - die Glückwünsche entgegen. Am Abend wurde dann ganz unkonventionell in Berlin gefeiert. Im angesagten Sage Restaurant an der Köpenicker Straße 18-20 stießen Freunde wie Mariella Gräfin von Faber-Castell und Herzogin Elizabeth in Bayern mit dem Paar an und genossen eine laue Sommernacht am Ufer der Spree.

Kirchliche Trauung am Sonnabend

Unterdessen laufen auf Sanssouci die Vorbereitungen für die kirchliche Trauung an diesem Sonnabend. 700 Gäste werden zur Hochzeit um zwölf Uhr in der Friedenskirche erwartet, darunter Vertreter des europäischen und deutschen Adels. Rund 100 Journalisten aus dem In- und Ausland haben sich angekündigt. Die "erste Riege" der europäischen Königshäuser und des Hochadels wird vermutlich nicht an den Feierlichkeiten in Potsdam teilnehmen. "Es kommt keine Königin, auch keine Prinzessin Kate oder Letizia ", sagt Michaela Blankart , Leiterin der Generalvertretung des vormals regierenden Preußischen Königshauses. "Die anderen großen Familien werden aber Vertreter schicken. Das gehört sich einfach so", erklärte ARD-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert . Gäbe es in Deutschland eine Monarchie, wären Georg Friedrich und Sophie das Kaiserpaar. Tatsächlich führen die Brautleute eher ein bürgerliches Leben: Beide sind Betriebswirte und arbeiten in Unternehmen in Rostock und Berlin. Sie gelten als bodenständig und zurückhaltend ohne Standesdünkel. "Die Hochzeit ist immer noch ein privates Ereignis", betont Blankart angesichts des Medieninteresses. Doch der Preußen-Nachfahre ist mit allen wichtigen europäischen Adelsfamilien verwandt, und außerdem feiert die Hohenzollern-Dynastie in diesem Jahr ihr 950-jähriges Bestehen - das verpflichtet.

Bekenntnis zum alten Stammsitz

Und so wird nicht im heimischen Schloss Birstein der Braut in Hessen geheiratet, sondern in der ehemaligen Residenzstadt Potsdam, in der die Hohenzollern Geschichte geschrieben haben. Zur Freude von Oberbürgermeister Jann Jakobs, der neben Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu den Gästen gehört: "Georg Friedrich Prinz von Preußen ist ein bekennender Potsdam-Fan. Deswegen ist es eine besondere Freude, dass er die Stadt als Ort für seine Hochzeit auserkoren hat." Seelmann-Eggebert geht davon aus, dass das Paar mit der Ortswahl auch ein Bekenntnis zum alten Stammsitz der Hohenzollern ablegt.

Zur Friedenskirche im Schlosspark wird die Braut in einem grauen Rolls-Royce gefahren. Nach der Trauung geht es bei schönem Wetter in einem nachtblauen Landauer durch Potsdam und den Park Sanssouci. "Bei schlechtem Wetter nehmen wir den Rolls-Royce", so Organisator Matthias Zeckert . Vorbei an Weinterrassen und Rokokofontänen fährt das Paar zu den Neuen Kammern zum Empfang mit rund 700 Gästen. Am Abend gibt es in der Orangerie ein Galadinner mit etwa 370 Gästen.

Bereits am Freitagabend treffen sich Adel und Prominenz in Berlin: Im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ist ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der "Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung" geplant. "Die Gäste sind in etwa die gleichen wie bei der Hochzeit", so Blankart. Zumindest die Ankunft der Gäste an der Freitreppe ist ohne Hindernisse zu sehen.

Mit ihrer Hochzeit krönen der Prinz und seine Braut ihre langjährige Beziehung. Der Hohenzollern-Nachfahre und die hessische Prinzessin kennen sich schon von Kindesbeinen an. Getraut werden sie in einem ökumenischen Gottesdienst, da der Prinz evangelisch und seine Braut katholisch ist. Den katholischen Part übernimmt der pensionierte Abt Gregor Henckel von Donnersmarck , Onkel des Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck ; um den evangelischen Teil des Gottesdienstes kümmert sich Michael Wohlrab von der Auguste-Victoria-Stiftung.

Die Kirche wird auf Wunsch des Paares in Blau und Weiß mit Rittersporn geschmückt sein. Der Bräutigam wird einen Cut tragen. Das Aussehen des Brautkleids soll jedoch wie in England und Monaco bis zuletzt geheim bleiben.