Ausstellung

Kunstvolle Unterstützung

Vor der Alten Münze am Molkenmarkt in Mitte steht eine lange Schlange festlich gekleideter Menschen. Männer im Smoking, Frauen im Abendkleid. Freitagabend wird hier die Vernissage "Nomad Two Worlds" gefeiert.

Ein Kunstprojekt, das die New Yorker Mode-Ikone Donna Karan (62) gemeinsam mit Starfotograf Russell James (49) und Künstlern aus Haiti sowie Australien eröffnet. James schaut sich Bilder auf seiner Kamera an. "Am Mittwoch waren wir noch auf Haiti und haben dort Bill Clinton getroffen", sagt der Australier.

James und Karan sind auf der ganzen Welt unterwegs, treffen Politiker und Künstler, um das Kunstprojekt zu präsentieren. Bisher waren sie mit der Schau schon in New York, Los Angeles und Melbourne. "Mit dem Projekt wollen wir auf das Problem der Folgen eines brachialen Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen aufmerksam machen und Künstler indigener Abstammung (Ureinwohner und deren Nachfahren, d. Red.) unterstützen", sagt James. Begonnen hatte "Nomad Two Worlds" bereits 2008, nachdem sich die australische Regierung für den Genozid an den Ureinwohnern entschuldigt hatte. "Das war wie ein großer Weckruf für mich", sagt James. Man müsse auch viele Mauern einreißen und "künstlerisch durchlässiger werden".

James begann, mit Malern aus Haiti, Amerika und Australien zusammenzuarbeiten. Seine Fotografien wurden mit Maltechniken in der Tradition der Ureinwohner versehen. Ergebnis sind ausdrucksstarke Bilder von Menschen, Pflanzen, Tieren, die mit traditionellen Zeichnungen, Sternen und Ornamenten verziert sind. "Das Projekt soll Ausdruck der friedlichen Koexistenz und der voranschreitenden Völkerverständigung sein", sagt Donna Karan. Die Designerin und der Fotograf sind befreundet, arbeiten seit drei Jahren zusammen. Karan macht zwar immer noch hauptsächlich Mode, gründete aber nach dem Krebstod ihres Mannes 2001 die "Urban Zen Foundation". Eine Stiftung, die sich ebenfalls für die weltweite Unterstützung der indigenen Kulturen einsetzt. "Als Donna und ich uns trafen, war es wie ein Wink des Schicksals", sagt James.

Auf zweien der insgesamt 54 Werken ist auch der australische Schauspieler Hugh Jackman ("X-Men") zu sehen. Er unterbrach seinen Frankreich-Urlaub, um mit seiner Frau Deborra-Lee bei der Eröffnung in Berlin dabei zu sein. Jackman glaubt an die politische Kraft von Kunst. "Ich bin schon ein Idealist", sagte er.

Dass Berlin nun die erste europäische Metropole ist, in der die Schau gezeigt wird, findet Karan "absolut fantastisch." Berlin sei ein Ort, "an dem verschiedene Kulturen, Ost und West, zusammenwachsen, die lernen mussten, sich zu akzeptieren." "Nomad Two Worlds" ist bis zum 28. August täglich in der Alten Münze zu sehen, Eintritt frei.