Klaus Unrath und Ivan Strano

Die Rückkehr der Couturiers

In den vergangenen Monaten war es ruhig geworden um das einst so viel besprochene Berliner Designer-Duo Klaus Unrath (40) und Ivan Strano (37). Nach der Insolvenz ihres Labels "Unrath & Strano" im Januar 2010 sah man die beiden kaum noch auf dem gesellschaftlichen Parkett der Hauptstadt. Keine pompösen Entwürfe mehr und auch keine schillernden Auftritte mit prominenten Kundinnen.

Ihre Fans fragten: Haben sie aufgegeben? Nein! Erstmals zeigten sie sich die Designer wieder im Juli auf der Mercedes-Benz-Fashion-Week, und am 1. September sind die kreativen Köpfe endgültig zurück aus der Krise. "Ja, wir eröffnen unseren ersten eigenen Laden am Gendarmenmarkt in Mitte", sagt Unrath.

Aber nicht nur die Räumlichkeiten sind neu. Die beiden Designer haben auch eine neue Partnerin: Elna-Margret zu Bentheim , Erbprinzessin eines Fürstenhauses aus dem Münsterland. Sie tat das, was sich Freunde der Designer wie Vicky Leandros , Veronica Ferres , Minu Barati-Fischer , Sabine Christiansen oder Barbara Schöneberger erhofft hatten - die Prinzessin investierte, erstellte einen Business-Plan und glaubte an die Zukunft von "Unrath & Strano". "Wir haben Frau zu Bentheim durch einen Zufall kennengelernt", sagt Strano. Auf Anhieb verstanden sie sich, hatten eine Vertrauensbasis. Und zu Bentheim kennt sich in der Welt des schönen Scheins bestens aus: Die gebürtige Gießenerin ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und war schon in den Bereichen Mode, Accessoires, Kosmetik und Parfüm tätig. "Dass sie außerdem unsere Kleider sehr gern trägt, passt natürlich", sagt Unrath.

2001 kamen der gebürtige Hesse Unrath und der Italiener Strano nach Berlin und erregten schnell Aufmerksamkeit, eben weil sie aufwendige, aufregende Kleider entwarfen und schnell Kontakt zu Prominenten bekamen, die ihre edlen Kreationen auf dem roten Teppich trugen. "Welcher Promi kann sich denn schon zu jeder Veranstaltung ein neues Kleid leisten? Aber nackt wollen sie schließlich auch nicht da stehen", sagt Unrath lachend. Insofern sei die Zusammenarbeit immer ein tolles Geben und Nehmen.

Ein Grund für ihren rasanten Aufstieg war aber sicherlich auch die britischen Mode-Ikone Vivienne Westwood . Die zwei gelernten Schneider begegneten sich in den 90er-Jahre im Atelier der britischen Grande Dame der Modewelt und gelten beide als fabelhafte Handwerker und visionäre Couturiers. Von Westwood dazu ermutigt, machten sie sich 1999 selbstständig. Sie zeigten ihre Entwürfe in Berlin, Mailand, Paris und New York.

Die Designer wollten den ganz großen Auftritt mit Haute Couture und Prêt-à-porter. "Dass viele die Vorstellung an dem Standort Berlin festmachen, dass es hier keine Haute Couture und kein Prêt-à-porter geben kann, finde ich absurd. Berlin auf Streetwear zu reduzieren, ist mir zu klein gedacht", sagt Unrath.

"Es gibt doch einen Grund, warum immer mehr große Labels wie Botega Veneta, Prada oder Dolce & Gabbana hier Geschäfte eröffnen: Es gibt das Potenzial für Luxus in der Stadt", sagt Strano. Irgendwann, ergänzt Unrath, werden die Touristen "auch wegen der Mode" kommen.