Schauspieler

Kaltduscher, Nacktflitzer, Hausbauer

Tokio. Buenos Aires. In seinen Rollen, unter anderem in "Kirschblüten Hanami" und ganz aktuell in "Resturlaub", ist Schauspieler Maximilian Brückner weit herumgekommen. Privat mag es der 32-Jährige, der seit fünf Jahren im Saarbrücker "Tatort" ermittelt, bodenständig.

Wenn "Maxi" nicht dreht, baut er ein Haus in seiner Heimat, einem Dorf in der Nähe von Rosenheim. "Für meine Familie", sagt er. Die Brüder, die Freundin, alle ziehen mit ein. Heile Welt in Bayern.

Er braucht diese Bodenständigkeit. Mit städtischer Hektik kann er nichts anfangen. Sport im Fitnessstudio? "Ich hatte noch nie eine Hantel in der Hand", sagt der durchtrainierte Brückner. Die Muskeln kommen von der Arbeit auf dem Bau und im Garten. "Für Sport wäre ich viel zu faul." Eitles Getue ums Aussehen? "Klar, jeder hat seine Eitelkeiten", gibt er zu, stellt aber klar: "In meinem Beruf tüfteln ständig Leute in meinem Gesicht rum." Es wird rasiert, geschminkt, frisiert. Deshalb kümmert er sich privat so wenig wie möglich ums Styling. "Ich habe keinen Rasierer, nicht mal einen Kamm." Immerhin eine Dusche, fügt er noch lachend dazu. "Einmal pro Woche wird geduscht. Kalt."

Überraschend ist es da nicht, dass Beschreibungen für den Schauspieler von Alpenrebell über Hinterwäldler bis zu Landei reichen. "Das stört mich nicht. Ich stehe zu meinen Wurzeln." Nur, dass ihn der "Spiegel" in einer Meldung mal zum Prominenten mit politischen Ambitionen gemacht hat, ärgert ihn. Er hatte sich in seiner Gemeinde für einen Kindergarten und Mülltonnen eingesetzt. "Das hat doch nichts mit Politik zu tun", wehrt er ab. Ein Provinzpolitiker will er nicht sein.

Sich in der Provinz engagieren schon. Er spielt mit Nachbarn und Freunden regelmäßig Theater. Brückner erinnert sich an die Vorführung seines ersten Films "Männer wie wir", in dem er einen schwulen Dorffußballer spielt. "Das halbe Dorf hat den Atem angehalten, als ich einen Mann geküsst habe." Dass die Reaktionen der Nachbarn aber dennoch positiv waren, freut ihn. "Es ist schön, wenn die Menschen durch meine Filme Welten entdecken, die sie nicht kennen."

Auch im Kinofilm "Resturlaub" dürfte Manchem aus dem Dorf die Spucke wegbleiben. In einer Szene spurtet er splitterfasernackt durch die Straßen von Buenos Aires. Kann schon sein, sagt Brückner. Nicht mal ihm selbst ist das leichtgefallen. "Ich bin von Natur aus schüchtern und hatte einen Riesenrespekt vor dem Drehtag", sagt er. Im Nachhinein hat er was gelernt. "Ich kann jetzt Flitzer verstehen, ein bisschen wenigstens. Hosen runter und los. Das ist ein Kick wie bei einem Bungee-Sprung." Vielleicht ist es ja ganz einfach. Einer, der im Job viel Aufregendes erlebt, kann mit bayerischer Gemütlichkeit ganz gut leben.