Ralph Herforth

"Das ist Fernsehen für ganz Blöde"

Im August soll sein dritter Sohn zur Welt kommen, und derzeit steht er für den RTL-Streifen "Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer" vor der Kamera. Der Berliner Schauspieler Ralph Herforth (51) hat viele gute Gründe, sich zu freuen, aber eine Sache geht ihm dennoch mächtig gegen den Strich.

Er beklagt das derzeit schlechte Rollenangebot vom Fernsehen. Auf den Sendern werde bis auf wenige Ausnahmen "doch nur Rentnerprogramm" gezeigt, sagte der Darsteller der "Bild"-Zeitung.

Den Beweis, dass das derzeit gezeigte Programm ältere Herrschaften ganz und gar nicht anspreche, liefere seine eigene Mutter: Sie fühle sich von den Fernsehsendern nicht ernst genommen. "Ganze Altersheime sitzen doch am Freitagabend vor dem Fernseher und schauen sich das Schmalzprogramm an." Noch schlimmer als die Abende sind aus seiner Sicht die Nachmittage: "Das ist Fernsehen für ganz Blöde." Er selber war allerdings auch schon Teil dieses Programms - gezwungenermaßen, wie er denkt: "Das Drama ist doch, dass viele gute Schauspieler und Schauspielerinnen keine guten Rollen mehr angeboten bekommen." Sie müssten schon froh sein, wenn sie in diesen Formaten eine Nebenrolle spielen dürften. "Und das ist wirklich traurig", sagte Herforth.

Das Problem sei zum einen, dass ständig dieselben Leute für Filme besetzt würden. Und zum anderen gehe das Fernsehen kein Risiko ein: "Die Öffentlich-Rechtlichen, die nicht einmal ihr eigenes Geld riskieren müssen, sondern das des Steuerzahlers, trauen sich vor allem im Hauptabendprogramm nichts mehr", sagte er verständnislos.

( BM )