Golfgeflüster

Von Siegern und Betrügern

Einen Golftag ohne Regenschauer zu erwischen war im bisher sehr wechselhaften Juli nicht leicht. Aber bei der Mercedes Trophy im Golfklub Wannsee war den Teilnehmern das Wetterglück hold und Gastgeber Walter Müller erleichtert.

Dafür wurde auch sensationell gut gespielt. Albert Türklitz begann mit einem Eagle auf einem Par 5 und beendete seine Runde mit vier Schlägen unter Par! "Ich spiele seit 24 Jahren Golf, aber so eine Runde ist mir bisher noch nicht gelungen", freute sich der Möbel-Hübner-Chef bei der Siegerehrung. Mit einem Handicap von 1,6 wird er sich beim Deutschland-Finale der Mercedes Trophy in Kitzbühel sicher sehr gut schlagen. Ebenfalls erfolgreich lief es für RTL-Radio-Chef Gert Zimmer. Mit 40 Nettopunkten konnte er sein Handicap von 17 deutlich verbessern, da er vorher voller Selbstvertrauen eine vorgabewirksame Runde angemeldet hatte. In meinem Flight waren wir vornehmlich mit Bällesuchen beschäftigt, da es dem einzigen Herrn in unserer Mitte erst auf den letzten drei Spielbahnen gelang, auf dem Fairway zu spielen. Seine charmante Erklärung: Die Anwesenheit von drei Damen habe ihn nervös gemacht. Er ist sicher nicht der einzige männliche Golfer, der sich nach den guten alten "No dogs, no ladies"-Zeiten zurücksehnt ...

Tuschelthema in den Golfklubs ist das unglaublich unsportliche Verhalten eines bekannten Berliner Bauinvestors. Er war zu einem Einladungsturnier auf dem Arnold-Palmer-Platz in Bad Saarow angetreten und bei der Siegerehrung mit gutem Bruttoergebnis lobend erwähnt worden - zum großen Erstaunen seiner Mitspieler. Die baten daraufhin die Spielleitung, sich die Score-Karten doch einmal genauer anzuschauen, und siehe da: Er hatte sein Ergebnis auf der bereits vom Zähler unterschriebenen Karte nachträglich verbessert.

Auf der Karte des Mitspielers, den er gezählt und auf der er sein eigenes Ergebnis mitgeschrieben hatte, standen die korrekten Zahlen. Daraufhin wurde er disqualifiziert und erhielt im Sporting Club am Scharmützelsee eine Platzsperre für anderthalb Jahre. Was die Sache noch schlimmer machte, war sein Versuch, den Vorfall mit einer Geldspende für die Jugendkasse aus der Welt zu schaffen. Auch sein Heimatklub sprach harte Sanktionen aus, da der Mann schon einmal ähnlich unrühmlich aufgefallen war. Der Landesgolfverband befasst sich ebenfalls mit dem Fall. Man kann sich nur wundern, warum ein erfolgreicher Unternehmer und leidenschaftlicher Golfer mit einstelligem Handicap so etwas macht. Sein Ruf in Golfklubs der Region dürfte erst einmal ruiniert sein.