Mode

Designer Tommy Hilfiger bringt den "Preppy Style" nach Sylt

Erinnert sich noch jemand an Preppies? Diese Typen der frühen 80er-Jahre in ihren Lacoste-Hemden und Gucci-Slippern, vorzugsweise aus englischen oder amerikanischen Eliteuniversitäten?

Auf Sylt wird der Modedesigner Tommy Hilfiger (60) vom 27. bis zum 31. Juli den Preppies von heute für ein paar Tage den "roten Teppich" ausrollen. In Form eines ihnen gewidmeten Pop-up-Stores.

Sylt als Tour-Ort für Deutschland passt. Die Insel erinnert an eines der Ferienparadiese der den "New England"-Style liebenden Preppies: die Hamptons. Das Geschäft des US-Modemachers sieht aus wie ein Strandhaus mit Gartenzaun und Hundehütte. Es ist ein Element im Rahmen von Hilfigers "World Prep Tour". Und es soll demonstrieren, was heute ein Preppy ist. Den - schon vorher existierenden - Begriff "Preppy" hat 1970 der US-Autor Erich Segal mit seinem Buch "Love Story" populär gemacht. Segal sagte, es komme von "preposterous" - "absonderlich". Doch andere betonen, es stehe für "Preparatory School" - eine teure Privatschule, die auf das Studium vorbereitet. Sylt hingegen galt seinerzeit als Tummelplatz für Popper. Die waren damals eine Art hiesige Version der Preppies, angesiedelt zum Beispiel in den reichen Hamburger Elbvororten. Im Sommer fuhren viele auf die schicke Nordseeinsel Sylt.

Das Leben als Preppy folgte einer geheimen Etikette zwischen formell, lässig und stilvoll, beschrieb die Autorin Lisa Birnbach in ihrem 1980 erschienenen, zum Kultbuch avancierten "Preppy Handbook". Im vergangenen Jahr hat Birnbach ein neues Buch geschrieben. "True Prep" verortet die Preppies von heute. Birnbach wurde damit zur perfekten Partnerin für Tommy Hilfiger, der mit seiner Marke den "New England"-Stil verkörpert. Andere typische "Prep"-Labels sind Ralph Lauren oder die schwedische Marke Gant.

Hilfiger: "Wir feierten unseren 25. Geburtstag und fragten uns daher, wofür wir stehen. Und wir sind tatsächlich so eine "Prep-Old American"-Marke. Wir müssen das Prep-Element feiern." Daraufhin entwickelte Hilfiger eine rund 60-teilige Kollektion und ging mit Birnbach weltweit auf Tour. "Preppy", meint Hilfiger, sei heute demokratischer. "Wenn es snobby ist, macht es keinen Spaß mehr." Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie das aussehen könnte, kann auf das britische Prinzenpaar schauen. William und Kate gelten mit ihrem sportlich-natürlichen Look als moderne Preppies. Und haben mehr zu bieten als das alte Popper-Motto: "Sehen und gesehen werden ist des Poppers Glück auf Erden."