Maria Furtwängler

"Ich habe Angst vor blauen Flecken"

Schauspielerin Maria Furtwängler (44) gehört zur "Besonderen Elf". Das sind elf prominente Frauen um "Teamchefin" und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Frauenfußball-WM öffentlich unterstützen. Wenn am Sonntag Titelverteidiger Deutschland in Berlin die Weltmeisterschaft eröffnet, fiebert die "Tatort"-Kommissarin Furtwängler im Olympiastadion live mit.

Auf dem Platz neben ihr wird ihre Tochter Elisabeth (19) sitzen. Sie ist der große Frauenfußballfan in der Familie.

Maria Furtwängler hingegen gesteht, dass sie bislang mehr mit Männerfußball anfangen konnte. "Ich muss mich da selber mitentwickeln. Ich werde diese WM auch für mich nutzen, um den Frauenfußball neu zu entdecken. Meine Beteiligung hat mit ehrlicher Neugier zu tun - und damit, meine eigenen Klischees zu überdenken." Trotzdem glaubt sie, dass Fußball schon lange keine reine Männerbastion mehr ist, sondern die Frauen eindeutig auf dem Vormarsch sind. In ihrer Heimatstadt München wird die Schauspielerin die Schirmherrschaft für eine parallel zur WM stattfindende Frauenkonferenz übernehmen. Am 30. Juni will sie, ebenfalls in München, am großen Public Viewing zum Spiel Deutschland gegen Nigeria teilnehmen. "Dazu trinke ich gerne ein Bier und esse lieber Erdnussflips als Chips. Obwohl, eigentlich esse ich beides gern."

Die Vorurteile gegenüber homosexuellen Fußballern ärgern die Schauspielerin. Unter den Frauenfußballerinnen sei das Thema weniger brisant. "Fußball steht für Härte und Männlichkeit. Homosexualität wird aber in den Köpfen vieler Menschen oft mit Weichheit und Femininität gleichgesetzt. Deshalb ist das Thema bei Männern sicher das größere Tabu."

Ihre Lieblinge unter den deutschen Spielerinnen sind Steffi Jones , an der sie ihre Kraft, ihre Ausdauer und ihr Organisationstalent bewundert. "Und ich finde Lira Bajramaj sehr süß. Und auch sehr attraktiv." Die 23-jährige Bajramaj stammt aus dem Kosovo, bezeichnet sich selbst als moderne Muslimin und möchte als Fußballerin ein Vorbild für junge Muslima sein. Furtwängler selbst spielt übrigens nur selten Fußball, und hält sich auch nicht für talentiert. "Ich wünschte, ich wäre besser. Meine Kinder wollen immer noch, dass ich mit ihnen spiele. Aber das ist hoffnungslos, ich werde nur stehen gelassen. Und ich habe beim Spielen immer Angst vor blauen Flecken. Ich bekomme so leicht blaue Flecken, und dann kann ich keinen kurzen Rock mehr tragen. Ich habe mir früher auch mal einen Finger beim Fußballspielen gebrochen. Also: Ich hab immer gerne gespielt, aber nie so gut wie meine Kinder und nie im Verein."