Admiralspalast

Stefan Jürgens spielt gegen Vorurteile im Fußball an

Der Ball ist rund - aber manchmal hat er auch Ecken. Wie die genau aussehen, zeigt Schauspieler und Fußball-Fan Stefan Jürgens am heutigen Freitag ab 20 Uhr im Admiralspalast-Studio. Im Theaterstück "Seitenwechsel" beschäftigt er sich mit einem der bestgehüteten Geheimnisse: Homosexualität im Profifußball.

"Das ist ein Thema, das schon seit einiger Zeitin diesem Land brisant ist", sagt der 48-Jährige. Auf der Bühne folgt dem Outing die Ausgrenzung. "Homosexualität erfährt in unserer Gesellschaft noch lange nicht die notwendige Akzeptanz, auch wenn wir in vielen Bereichen sicher auf einem guten Weg sind. Im Fußball kann man mitunter den Eindruck gewinnen, noch in der Steinzeit zu sein", sagt Stefan Jürgens, der gern mal ins Stadion geht und deshalb weiß, dass Veränderungen möglich sind. "Rassistische Äußerungen auf den Rängen waren vor einigen Jahren noch Realität, aber in den meisten Vereinen und Fankurven hat sich daran etwas geändert." Trotzdem könne man das Wort "schwul" als Schimpfwort heute mitunter sogar noch im Berliner Olympiastadion von den Rängen hören. "Da bleibt noch viel tun", sagt Stefan Jürgens und hofft, mit seinem "Seitenwechsel" etwas zu bewegen. Nicht nur im Fußball: "Es ist auch ein Stück über Menschen und Intoleranz." Der Wahlberliner steht momentan in Wien vor der Kamera, für die ZDF-Produktion "Soko Wien". Seit vier Jahren wird der dreifache Familienvater dafür jeweils im Frühjahr vier Monate lang zum Pendler zwischen der österreichischen Hauptstadt und Berlin, und das mit Freuden: "Im Sommer ist Wien sehr genießbar."

Sein Herz schlägt aber klar für Berlin-Wilmersdorf. "Da wohnen nicht nur die Coolen oder die Altbürgerlichen, sondern eine gesunde Mischung. Das ist wichtig, vor allem für einen Schauspieler, der ja schon von Berufs wegen gern Leute beobachtet."