Simone Thomalla

Krankenschwester im Kuhstall

Simone Thomalla liebt das Tempo. Als Tatort-Kommissarin, auf der Autobahn und in der Liebe. Nur einmal hat die Schauspielerin High Heels und hautenge Kleider gegen Gummistiefel und Latzhose getauscht und ihr Leben entschleunigt. Vorübergehend. Während der Dreharbeiten zu "Für immer Frühling" (19. Juni, 20.15 Uhr, ZDF) hat das erklärte Stadtkind das Landleben für sich entdeckt. Traktor fahren inklusive.

"Das war schon etwas Besonderes, man macht das ja nicht täglich. Auch den Hof 'zu bestellen' war neu. Einmal bin ich sogar von vermeintlich harmlosen Hühnern angefallen worden", erinnert sich die 46-Jährige an den vierwöchigen Aufenthalt auf einem bayerischen Bauernhof und bringt die ganz andere Set-Erfahrung folgendermaßen auf den Punkt: "Sonst muss man auf Schatten, Sonne oder die Maskenbildnerin warten. Bei diesem Dreh haben die Kühe den Arbeitsrhythmus bestimmt." Im ZDF-Sonntagsfilm spielt Simone Thomalla eine Krankenschwester, der das Schicksal ihrer Krebspatientin sehr nahegeht. Sie ändert daraufhin ihre Urlaubspläne und bietet der alleinstehenden Bäuerin an, auf dem Hof vorerst nach dem Rechten zu sehen, damit diese beruhigt ihre Therapie antreten kann.

Nicht nur die Bergwelt hatte es Simone Thomalla, die eigentlich lieber am Meer urlaubt, angetan. Auch von ihrem Filmkind Tim (Jonas Holdenrieder) war die Schauspielerin ganz verzückt: "Jonas war großartig. Das war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben uns in die Augen geschaut und es hat einfach gepasst." Die Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Marco Girnth, in den sie sich im Film verliebt, hat sie ebenfalls sehr genossen: "Man versucht, wann immer es möglich ist, sich mit Kollegen zu umgeben, die man schätzt. Das ist ein Garant für Arbeit, die Spaß macht." Im wahren Leben ist Simone Thomalla seit 2009 mit dem 26 Jahre alten Handballtorwart Silvio Heinevetter liiert. Viel Zeit für die Liebe bleibt da nicht. "Ich drehe bis November durch", sagt Simone Thomalla lachend und meint, dass bis Jahresende noch einige Filmprojekte anstehen. Momentan dreht sie den Tatort. In Leipzig. Danach schlüpft sie in die Rolle einer Schriftstellerin. Bei so viel Abwechslung verbringt sie Drehpausen am liebsten zu Hause in Berlin: "Ich bin fast bis Ende des Jahres in fremden Städten und fremden Betten - da ist es schön, mal aus den eigenen Tassen zu trinken." Eine wichtige Auszeit für das vielbeschäftigte Paar sind die Wochenenden. "Die halte ich mir immer frei. Leipzig ist auch nicht so weit weg von Berlin und sehr gut erreichbar. Da kann man schnell in den Zug steigen und nach Hause fahren." Mit dem Zug? Hat die Schauspielerin dank Traktor die Langsamkeit entdeckt oder keine Lust mehr aufs Auto wegen des dreistelligen Blitzer-Bußgeldes im vergangenen Jahr? "Doch", antwortet sie. "Aber ich lerne aus Fehlern."