Film

Schickt sich das, Clemens Schick?

Er ist in Lauerstellung. Clemens Schick ("Unschuldig", "Largo Winch") soll über den Film "Hotel Desire" sprechen. Ein Projekt - oder ist es ein Experiment? - von Regisseur Sergej Moya , das in jeder Hinsicht besonders ist.

Mit einer Länge von 45 Minuten passt der Streifen in kein Format und wird deshalb nicht auf Kino oder Fernsehen, sondern auf das Internet zugeschnitten. Rund 170 000 Euro Budget sollen durch Crowdfunding, ein privates Finanzierungsmodell, erlöst werden. Ungewöhnlich ist aber vor allem das Sujet. Der Regisseur will mit seinem dritten Film nach eigenen Aussagen "der Sexualität als Ausdruck menschlicher Lebensfreude filmisch gerecht werden".

Im Klartext: Clemens Schick, der als Bond-Bösewicht in "Casino Royale" für Aufsehen sorgte und der in "The Child" an der Seite von Peter Greene , Eric Roberts und Ben Becker und in "Helpless Heart" mit Jana Pallaske und Heike Makatsch vor der Kamera steht, spielt die Hauptrolle in einem "porneografischen Film", wie die Produktionsfirma das Genre benennt. Heißt das, er dreht jetzt einen Porno?

"Nein", wehrt Clemens Schick sofort ab. "Das ist ein Film, der sich mit Liebe, mit Sinnlichkeit und mit Verführung auseinandersetzt. Die Begriffe 'Porneografie', 'Pornografie' und 'Erotik' finde ich spießig, die interessieren mich nicht." Entscheidend für seine Zusage sei das Drehbuch gewesen, die schauspielerische Herausforderung, eine blinde Figur zu spielen. Beim Thema Exhibitionismus, der Nacktheit, weicht er aus. "Wie weit das am Ende gehen wird, kann ich nicht so deutlich sagen, wie andere das schon behaupten", sagt der 39-Jährige. "Ich setze mir jetzt keine Grenzen, verspreche aber auch nichts Falsches." So ungewöhnlich wie das Format, ist offenbar auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle.

"Ich bin nicht der Meinung, dass es ein Porno ist", protestiert Schick nochmals. Er findet die Aufregung übertrieben. "Wir sind doch nicht in den 50er-Jahren. Für mich haben Liebe, Sexualität viel im Alltäglichen zu tun. Das sind fließende Grenzen." Wann ist ein Blick verführerisch, wann beobachtend? Wann ist eine Geste vertraut, wann sexuell? "Die Freiheit, das zu ergründen, sollten wir uns im Kino nehmen dürfen."