Amnesty International

"Die wahren Helden sind die vergessenen Menschen"

Seit 50 Jahren sind die "unbequemen Mahner" von Amnesty International im Namen der Menschenrechte unterwegs. Diesen Anlass feiert die Nichtregierungsorganisation mit einem zweitägigen "Fest für Menschenrechte" und gab am Freitagabend mit der Verleihung des sechsten Menschenrechtspreises den Auftakt dazu.

"Ich selbst war einmal auf die Hilfe von Amnesty International angewiesen", sagt Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller vor Veranstaltungsbeginn im Haus der Kulturen der Welt. 1987 reiste sie aus Rumänien nach Deutschland aus und schrieb bereits vorher gegen die rumänische Diktatur an. Die Hilfe, von der Müller spricht, wird heute von mehr als drei Millionen Amnesty-Mitgliedern in über 150 Ländern ermöglicht. 114 000 Mitglieder sind es allein in Deutschland.

Ihnen und allen der Demokratie verbundenen Menschen dankte Bundespräsident Christian Wulff in seiner Eröffnungsrede für die große 50-Jahr-Feier. Zu dieser kamen Gäste wie der ehemalige Bundesinnenminister Gerhard Baum (FDP), Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel , DGB-Vorsitzender Michael Sommer und der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck .

Die Söhne Mannheims, die Sängerin Sophie Hunger und die Pianistin Alice Sara Ott sorgten für das Unterhaltungsprogramm, Talkmaster Reinhold Beckmann führte durch den Abend. "Ich bin als Mitvertreter für Maung Thura hier, für den ich später ein paar Worte sagen möchte", sagte Comedian Michael Mittermeier über seinen burmesischen Comedy-Kollegen mit dem Künstlernamen Zarganar, dessen Schicksal er Ende vergangenen Jahres in der Dokumentation "This Prison Where I Live" verfilmte. 2008 wurde Zarganar in seiner Heimat zu 59 Jahren Haft verurteilt. Sein Verbrechen: Humor.

Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Menschenrechtspreises. Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty überreichte ihn an Abel Barrera Hernández , der seit 17 Jahren mit seiner Organisation "Tlachinol lan" gegen die Unterdrückung mexikanischer Ureinwohner kämpft. "Die wahren Helden sind die vergessenen Menschen, für die wir uns einsetzen. Mit ihnen möchte ich den Preis teilen", sagte er vorab.