Hugo Egon Balder

"Ernsthaftigkeit ist nicht mein Ding"

"Altes, magersüchtiges Frettchen", "Hühner-Hugo", "Das Thermometer" - Hugo Egon Balder hatte im Laufe seiner Karriere schon mehrere Spitznamen. Darüber kann er lachen, der Unterhaltungsprofi, der schon so lange im Mediengeschäft unterwegs ist, dass er Lampenfieber heute nicht mehr kennt.

"Ich sehe das alles nicht mehr so tragisch, weil ich auf dem Standpunkt stehe: Unterhaltung ist nicht so wichtig. Da kann man auch Fehler machen", sagt der Pionier des Privatfernsehens ("Tutti Frutti", "Alles Nichts Oder?!", "RTL Samstag Nacht") über seine Auftritte. "Das, was wir machen, ist lustig und nicht mehr."

Anders war es im Schillertheater, wo er von 1973 bis 1979 das seriöse Fach besetzte und "mein Intendant Lietzau immer sagte: 'Laufen Sie doch mal anders. Ich muss immer lachen, wenn Sie über die Bühne kommen.' Das ging nicht." Er musste feststellen, "dass alles, was mit Ernsthaftigkeit zu tun hat, nicht so sehr mein Ding ist", erinnert sich der 61 Jahre alte Balder, der zurzeit in der Komödie am Kurfürstendamm auf der Bühne steht. Im Stück "Sei lieb zu meiner Frau", das in Balders Geburtsstadt Berlin derzeit gastiert, spielt er einen untreuen Verleger, der auf den Mann seiner Geliebten trifft und nicht zur Aufgabe, sondern zur Intensivierung der Liebschaft aufgefordert wird. Im echten Leben ist dergleichen freilich selten. Treu war aber auch Balder nie so recht, bekennt er offen, und seinen vier Ehen tat das, anders als in dem Stück, nicht gut.

Die Trennung von seiner letzten Frau Meral Balder , mit der er die beiden Kinder Saliha (10) und Canel (9) hat, liegt drei Jahre zurück. Geschieden wurden sie im März dieses Jahres. Balder erklärt sich das Scheitern auch mit seinen beruflichen Umständen: "Ich kenne auch in meiner Branche Ehen, die bereits über 40 Jahre halten. Die Regel ist es natürlich nicht. Weil man wegen des Jobs viel weg ist." Er versuchte sein Privatleben immer vom beruflichen zu trennen. Keine seiner Lebensgefährtinnen kam aus dem Medienbereich. "Nur meine erste Frau Gaby arbeitetet bei einer Plattenfirma. Der Rest hatte mit der Branche überhaupt nichts zu tun". Das sei "manchmal gut und manchmal nicht". Man hätte zwar das Verständnis für die Arbeit, andererseits wären dann beide oft getrennt unterwegs. "Bei Christian Berkel und Andrea Sawatzki oder auch Jan Josef Liefers und Anna Loos funktioniert es. Schwierig ist es schon." So hätte man ihn und die bildhübsche Esther Schweins , mit der er bei der von ihm produzierten Show "Samstag Nacht" arbeitete, "nackt auf einer einsamen Insel absetzen können. Da gehe ich nicht ran". Also verliebte er sich vor drei Jahren schon wieder in eine Außenstehende: die 28 Jahre jüngere Kosmetikerin Sabah Meller . "Alles andere bringt Probleme."