Charity

30. Geburtstag einer legendären Wette

Es klang komisch, doch Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) meinte nicht den maroden Berliner Haushalt, als sie am Sonntag im ZDF-Hauptstadtstudio zu größerer Spendenbereitschaft aufrief

"Die Berlinerinnen und Berliner nehmen es von jedem." Das Geld wird für die Städtewette gebraucht, die noch bis zum 9. Juni läuft. Zum 30-jährigen Bestehen der Stiftung Menschen für Menschen treten 26 Städte, darunter auch Berlin, gegen die Stiftungsgründer Karlheinz und Almaz Böhm an. Sie haben gewettet, dass sie es zwischen 2. Mai und 9. Juni schaffen, jeweils mindestens jeden dritten Einwohner zur Spende von einem Euro für den Neubau von Schulen in Äthiopien zu bewegen. Der Zwischenstand zeigte: Die Berliner müssen Gas geben. "Wir haben 3,4 Millionen Einwohner, da müssen wir eine Million Euro zusammenkriegen", so Junge-Reyer. Momentan liegt Berlin mit 226 000 Euro im Mittelfeld, denn das sind erst 20 Prozent. Spitzenreiter ist Offenburg. Die Stadt hat seit dem 2. Mai 18 124 Euro gesammelt, das sind auf die Einwohner gerechnet bereits 97 Prozent. Doch noch ist nichts verloren. Die Berliner Wettpatin Dennenesch Zoudé wird weiter durch die Straßen ziehen. Die Idee zur ungewöhnlichen Aktion jährt sich heute. Vor 30 Jahren, am 16. Mai 1981, hatte Karlheinz Böhm mit seiner legendären Wiener Wette in "Wetten, dass..?" den Grundstein für seine Äthiopienhilfe gelegt.