Film

Adrian Topol feiert "Polnische Ostern"

Das ist so eine Sache mit dem Bekanntsein. Manchmal, sagt Schauspieler Adrian Topol (30, "Königskinder") bei der Kinopremiere seines Films "Polnische Ostern" im Filmtheater am Friedrichshain, kämen plötzlich fremde Menschen auf ihn zu: "Wir kennen uns doch. Kennen wir uns nicht?"

Der gebürtige Pole lacht darüber, belässt es aber gern bei der Annahme. Man kennt sein Gesicht, die Rollen, die er spielt, aber nicht ihn persönlich. Die Erfahrung machen viele Schauspieler, die sich in ihren Rollen im Fernsehen und Kino bewährt, sich aber keinen Star-Status erkämpft haben.

Ohne den lebt es sich ohnehin ruhiger. Niemand behelligt ihn, überschreitet Grenzen ins Private oder beäugt seine noch frische Liebesbeziehung mit seiner Schauspielkollegin Judith Hoersch (30). "Wir sind erst seit drei Monaten zusammen", verrät er. Die Liebe hat noch Raum. Adrian Topol wohnt in einer Wohngemeinschaft mit seinem Bruder Lukas (28) zusammen, der Kamera studiert, und kümmert sich, wenn er nicht dreht, um seine Produktionsfirmen: Unter dem Namen "Lopta" will er Spielfilme produzieren, und unter der Marke "Moist Creation" sollen Musikvideos und Werbeclips entstehen. Der Plan ist keineswegs nur eine fixe Idee. Sein erster Film "No Hell Lies Beyond" ist in Vorbereitung, ein Horrorfilm. Zuvor haben er und sein Team zwei Jahre lang zum Gruselgenre recherchiert. Er will nichts dem Zufall überlassen. Natürlich lässt er auch seine Karriere als Schauspieler nicht aus den Augen. Seit dem 12. Mai läuft sein aktueller Kinofilm "Polnische Ostern" mit Henry Hübchen im Kino. Darin spielt er einen polnischen Vater. Die Rolle hat ihm gefallen. "Es war schön, in meiner Heimat zu drehen, meine Muttersprache zu sprechen." Auch die Vaterrolle hat ihm Spaß gemacht. "Ich habe meine zwölf Jahre jüngere Schwester mit aufgezogen. Ich kenne mich mit kleinen Kindern aus", sagt er. "Als Vater geht es darum, Verantwortung auszustrahlen." Und die trägt er, ganz selbstverständlich.