Ulrike Folkerts

Kein Botox, keine Nabelschau

Seit 1989 spielt Ulrike Folkerts die TV-Kommissarin Lena Odenthal. Wenn sie mit Assistent Mario Kopper (Andreas Hoppe) Mordfälle in Ludwigshafen aufklärt, schauen rund neun Millionen Menschen zu. Am heutigen Sonnabend feiert die Wahlberlinerin ihren 50. Geburtstag.

Folkerts hat viele Fans, die zum Beispiel diskutieren, ob Lena Odenthal besser mit kurzen Haaren aussah oder ob sie bei den langen Locken bleiben soll. Und Folkerts war schon da, bevor der große Boom bei den Fernsehkommissarinnen einsetzte.

Drei "Tatort"-Folgen dreht sie im Jahr. In ihrem nächsten Fall am 19. Juni geht es passend zur wenig später startenden Frauen-Fußball-WM um eine ermordete Kickerin. In einer Gastrolle: DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Ihr Bühnenhandwerk hat die gebürtige Kasselerin auf der Theater-Hochschule in Hannover gelernt, danach war sie am Staatstheater Oldenburg engagiert. Als sie vor 22 Jahren zum ersten Mal in der Folge "Die Neue" als Lena Odenthal auftrat, trug sie noch Rock und Pelzkragen. Der lässige Look kam später. Als Fernsehanfängerin jobbte Folkerts noch nebenher in einer Berliner Bar.

Heute ist sie einem Millionenpublikum bekannt. 2010 lief der 50. Fall aus Ludwigshafen. Ihre Bekanntheit nutzt die Schauspielerin für ehrenamtliches Engagement, etwa gegen Landminen. Die Botox-Glitzerwelt und Nabelschau liegen Folkerts hingegen weniger. Eine öffentliche Person zu sein sei anstrengender als der Job als Schauspielerin, sagte sie einmal in einem Interview. 1999 wurde durch einen Zeitungsbericht bekannt, dass Folkerts privat auf Frauen steht. Das Outing war anfangs ein großes Thema. Heute sind lesbische Fernsehfrauen etwas sichtbarer geworden.

Es dauerte eine Weile, bis Folkerts nicht mehr auf die Rolle der spröden Kommissarin Lena Odenthal, der weiblichen Antwort auf Schimanski, festgelegt war. Mittlerweile kann sie öfter Ausflüge in andere Fächer machen: wie kürzlich in der Komödie "Stadtgeflüster - Sex nach fünf" oder im Katastrophenfilm "Restrisiko". 2005 war sie bei den Salzburger Festspielen die erste Frau, die als "Tod" auf der Bühne stand.

Mit ihrer Lebensgefährtin, der Künstlerin Katharina Schnitzler, veröffentlichte sie 2008 den Fotoband "Glück gefunden". Privat ist Folkerts fröhlicher als ihr Fernseh-Alter-Ego. Lena Odenthal sei eher der einsame Typ, sagt sie. "Ich bin gesellig und brauche Freunde um mich, die nichts mit meinem Job zu tun haben."