Gesundheitspreis

Helden der Menschlichkeit geehrt

Frank-Walter Steinmeier weiß, wie es ist, wenn eine Krankheit plötzlich das gewohnte Leben in Frage stellt. Vor Jahren drohte er zu erblinden. Nur durch eine Hornhaut-Spende konnte er sein Augenlicht behalten.

Im vergangenen Sommer wurde der Vorsitzende der SPD-Fraktion sogar selbst zum Retter, als er seiner Frau Elke Büdenbender eine Niere spendete.

Am Mittwochabend begegnete er Menschen, die sich - genau wie er - mutig dem Schicksal entgegengestellt haben, die kämpfen oder anderen in der Not hilfreich zur Seite stehen. Bei der 7. Verleihung des "Pulsus"-Gesundheitspreises von "Bild am Sonntag" und Techniker Krankenkasse übernahm Frank-Walter Steinmeier die Laudatio in der Kategorie "Organspende". "Ich will dafür sorgen, dass das Thema wieder mehr in der öffentlichen Debatte steht. 75 Prozent der Menschen sind der Organspende gegenüber positiv eingestellt, aber nur 15 Prozent haben einen Organspendeausweis", sagte Ehrengast Steinmeier im 19. Stock des Axel-Springer-Hochhauses. Er dankte der Preisträgerin Sandy Sollan aus Neutrebbin, die die Organe ihres anderthalbjährigen Sohnes Peter zur Transplantation freigab und so drei Kindern das Leben rettete: "Sie haben sich in der Stunde des Todes für das Leben entschieden." Es war ein Abend mit vielen berührenden Schicksalen, wie dem der Berlinerin Christa Robbel , die seit 21 Jahren ihren Mann pflegt, seitdem dieser einen Schlaganfall erlitten hat. "Es gibt nur wenige Preise, die Projekte würdigen, die nicht pharmagestützt sind", würdigte Jury-Mitglied Franziska Rubin den besonderen Gesundheitspreis, für den die Ärztin und TV-Moderatorin extra einen Krebskongress in London abgebrochen hatte. "Der heutige Abend macht etwas mit uns", sagte Walter Mayer , Chefredakteur der "Bild am Sonntag". "Es ist ein Preis ohne Blitzlichtgewitter und Promis. Unsere Superstars sind die Helden der Menschlichkeit, unser Glamourfaktor ist Bescheidenheit, Opferwille und Demut."