Interview

Mit der Hilfe Gottes

Alfred Mignon (61), Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche im oberbayerischen Otterfing, spricht über seinen 125 000-Euro-Gewinn bei "Wer wird Millionär?" und erklärt, warum er den Großteil an eine bedürftige Familie aus seiner Gemeinde verschenkt. Das Interview hat Jörg Völkerling geführt.

Berliner Morgenpost: Herr Mignon, haben Sie vorher auch schon dieser Familie beigestanden?

Alfred Mignon: Ja, als Seelsorger, und auch praktisch mit eigenen Geldmitteln zusammen mit vielen anderen. Die hatten ja keine Kreditwürdigkeit mehr. Sie haben von Banken nichts mehr gekriegt.

Berliner Morgenpost: Haben Sie trainiert für die Sendung?

Alfred Mignon: Ich lese viel und bin interessiert an fast allem. Mir war klar, ohne äußere Hilfe, also ohne Joker und ohne Hilfe Gottes, die ich ja in Anspruch nehme, weil ich das nicht für mich tue, wäre ich weder dran gekommen, noch so weit gekommen.

Berliner Morgenpost: Stand die Summe, die Sie benötigen, von vornherein fest?

Alfred Mignon: Ich habe gedacht, mit 125 000 Euro wäre es zu machen. Aber es stellte sich raus, dass die Verschuldung doch größer ist. Es handelt sich insgesamt um 160 000 Euro.

Berliner Morgenpost: Was hat diese Familie in Not gebracht?

Alfred Mignon: Nach meinen Informationen hat der Vater sehr viel Geld in ein Musikensemble gesteckt. Da war er 18 Jahre dabei, dann wurde er von seinen Kollegen rausgequetscht. Er ist in zweiter Ehe verheiratet, drei Kinder aus der ersten Ehe leben bei ihm, zwei brachte seine jetzige Frau mit. Und dann kamen noch Zwillinge.

Berliner Morgenpost: Wie viel behalten Sie vom Gewinn für sich?

Alfred Mignon: Ich werde zehn Prozent für uns als Familie in Anspruch nehmen, also 12 500 Euro.

Berliner Morgenpost: Wie geht es für Sie weiter?

Alfred Mignon: Ich weiß noch nicht, ob dadurch mehr Leute in den Gottesdienst kommen. Aber ich nehme meine Arbeit ernst und führe sie so weiter wie bisher.