48. Theatertreffen

Stelldichein der Schauspielszene

Bei der Eröffnung des Berliner Theatertreffens am Freitagabend im Haus der Berliner Festspiele an der Schaperstraße wurden bei einigen Gästen Erinnerungen wach. "Zum ersten Mal hier war ich mit 17.

Da spielte ich die Rolle der Beppi in ,Stallerhof' von Franz Xaver Kroetz ", erzählte Eva Mattes und wurde fast ein bisschen wehmütig. "So jung war ich damals." Auch ihr Schauspielkollege Burghart Klaußner kann auf eine lange Theatertreffen-Vergangenheit zurückblicken. "Ich ging gleich nebenan auf die Schauspielschule. Wir haben uns heimlich durch die Hintertür geschlichen, weil wir kein Geld für die Eintrittskarten hatten." Vermutlich wollte er auch deshalb mit seiner Frau auf dem schnellsten Weg durch den Hintereingang in den Saal schlüpfen.

Mehr Zeit hingegen ließ sich Susanne Lothar . Die Schauspielerin genoss noch ein paar Strahlen Abendsonne und freute sich auf die anschließende Aufführung. "Ich bin sehr gespannt auf die Regiearbeit von Karin Baier ", so Lothar.

Mit der dreistündigen Trilogie "Das Werk / Im Bus / Ein Sturz" der österreichischen Dramatikerin Elfriede Jelinek wurde das 48. Theatertreffen eröffnet. Zuvor stärkten sich die Gäste, darunter Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan , Grünen-Politiker Jürgen Trittin , "Grips-Theater"-Geschäftsführer Volker Ludwig , Dramaturgin Nike Wagner und Kunstsammler Peter Raue mit seiner Frau Andrea Gräfin Bernstorff im Garten des Festspielhauses mit Lachshäppchen und Prosecco.

"Fürs Theater braucht man schon gutes Sitzfleisch", sagte Schauspielerin und Fotografin Margarita Broich lachend.

Eine ordentliche Portion davon sollten Theaterfans in den nächsten zwei Wochen also besser mitbringen. Bis zum 23. Mai werden im Rahmen des Festivals zehn besonders bemerkenswerte Inszenierungen gezeigt, die im Vorfeld von einer siebenköpfigen Jury ausgewählt wurden. Dabei haben es in diesem Jahr auch kleinere Bühnen wie das Ballhaus Naunynstraße in die Auswahl geschafft.

Am Sonntag wird im Rahmen eines Bühnenfests im Deutschen Theater der mit 20 000 Euro dotierte Theaterpreis vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit vergeben. Den Alfred-Kerr-Darstellerpreis wird Eva Mattes zum Abschluss des Theatertreffens am 23. Mai überreichen. "Die Jury-Arbeit ist eine große Ehre für mich", so Mattes. Bis dahin bietet das Festival neben den zehn Inszenierungen auch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Diskussionen, Konzerten und Partys.