Katja Kessler

Bedienungsanleitung für Ehemänner

Verzweifelte Hausfrauen können andere spielen. Katja Kessler betrachtet ihre Ehe mit Humor und der goldenen Handwerker-Weisheit: Was nicht passt, wird passend gemacht. Heutzutage lässt sich schließlich alles optimieren: lahme Computer, alte Sessel.

Warum also sollte man den Ehemann so nehmen, wie er ist? Die Autorin, Zahnärztin und vierfache Mutter presste schon Dieter Bohlens bewegtes Leben zwischen zwei Buchdeckel. Ihr eigenes rückte sie bereits mit "Das Mami Buch" und "Frag mich Schatz, ich weiß es besser!" ins Rampenlicht. Jetzt hat sie erneut in ihrer Anekdotensammlung gekramt. Herausgekommen ist "Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren" (Diana Verlag, 12,99 Euro).

Auf 336 Seiten beschreibt die Potsdamerin ihren alltäglichen Wahnsinn mit vier Kindern und einem "Schatzi". Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann , der sich - nun wissen wir es - wie alle Männer verhält: Er lässt nach dem Duschen gern feuchte Handtücher auf dem Bett liegen, klappt die Klobrille nach dem Toilettengang nicht wieder runter, kann aber hochkonzentriert fernsehen, während neben der Couch das Chaos tobt. Wie gefällt ihm das Buch? "Nach der Lektüre überlegte mein Mann kurzfristig, sich von sich selber scheiden zu lassen, weil ihm klar geworden ist, was er alles falsch macht", erklärt Katja Kessler ironisch.

Wirklich überrascht von der Offenheit war der Ehemann, Korrekturleser und Titelgeber des Buches nämlich nicht. Nur eine Sex-Geschichte wurde gestrichen. Die erste gemeinsame Nacht hingegen blieb drin. Sie endete im Krankenhaus. Nicht, weil sich "Schatzi" als hungriger Single-Mann gern genüsslich weißen Heringssalat mit Scheiblettenkäse und Senf aufs Toastbrot legte. Nein, Katja Kessler war es, die seinerzeit unter einer akuten Lebensmittelvergiftung litt und zum Nachtisch einen Notarzt verlangte. Ein gelungenes Date, die beiden sind seit neun Jahren verheiratet und Katja Kessler hat bei der "Dressur" schon einiges erreicht: "Er weiß jetzt, dass Dreiviertel vom Kleiderschrank mir gehören und ein verheirateter Mann grundsätzlich keinen Anspruch auf eigene Socken oder Sportunterwäsche hat. Wenn dein Typ das geschnallt hat, habt ihr schon mal eine sehr solide Ehe-Basis." Auch das gemeinsame Taxifahren klappt mittlerweile prima. "Früher ist er immer auf derselben Seite eingestiegen wie ich - und ich musste dann durchhoppeln." Wirklich abtrainiert hat sie ihm diese Unart nicht. Aber: "Jetzt mache ich einfach die Tür zu." Das Zücken eines Labello-Stifts sollten Männer in Katja Kesslers Gegenwart lieber lassen. "Und mich verstören auch diese Kerle, die im Restaurant den Diätsalat mit Essig und Öl bestellen, während du als Frau das Schnitzel sägst. Ich finde, wir Mädels müssen ein Monopol haben auf unsere Macken!", stellt sie klar und gibt zu, dass sie das Unperfekte eigentlich doch ganz toll findet. Da hält sie es mit Marlene Dietrich: 'Die meisten Frauen setzen alles daran, einen Mann zu ändern, und wenn sie ihn dann geändert haben, mögen sie ihn nicht mehr.' Und das wäre doch schade.