Kino

Regisseur Dani Levy gibt dem Filmnachwuchs Karrieretipps

Regisseur Dani Levy ("Alles auf Zucker!") ist ein gefragter Filmemacher. Dabei verlief sein Start ins Berufsleben alles andere als planmäßig. "Mit Anfang 20 habe ich ein Praktikum beim Theater in Basel gemacht.

Zufällig habe ich eines Tages im Fahrstuhl eine Gruppe Jugendlicher getroffen, die mich fragten: Gehst du auch zum Casting? Ich wusste gar nicht, worum es geht und bin einfach mitgegangen. Ich habe vorgesprochen und bin genommen worden", erzählt der gebürtige Schweizer, der am Mittwoch zu Gast in der Filmschauspielschule Berlin war. Dort gab er dem Filmnachwuchs über zwei Stunden lang wertvolle Tipps.

Als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler weiß Levy, dass seine Kollegen vor der Kamera vor allem eines wollen: sich wohlfühlen. Deshalb legt er Wert auf eine entspannte Atmosphäre am Filmset. Umgekehrt erwartet er von einem Schauspieler, "dass er bei sich bleibt und nichts tut, was er nicht tun möchte. Ich erwarte, dass ein Schauspieler mitdenkt und dass er Vertrauen hat. Das bringen die allermeisten sowieso mit".

Besonders interessierte die Schauspielschüler, wie sie sich als junge, unbekannte Talente auf dem Markt durchsetzen können. Levys Rat: "Ich empfehle jungen Leuten, dass sie ihr eigenes Leben mitgestalten und eigene Ideen haben. Sie sollten Initiative entwickeln und nicht abwarten, dass etwas von allein passiert." Um aus der Masse an Schauspielern herauszustechen, empfiehlt er, authentisch zu bleiben: "Arbeitet mit eurer Biografie."

Obwohl die Filmbranche eine schwierige Zeit durchmacht und viele Projekte oft am Geld scheitern, blickt der 53 Jahre alte Regisseur positiv in die Zukunft. "Ich sehe eure Zukunft besser als meine. Wir sind eine Gesellschaft, in der wir immer weiter Geschichten erzählen und konsumieren wollen." Levy setzt bei seiner Arbeit auf Qualität und gut erzählte Stoffe. Im Gepäck hatte er seinen letzten Film, die schwarze Komödie "Das Leben ist zu lang" mit Veronica Ferres , Meret Becker und Heino Ferch .

Nach der Veranstaltung zeigte sich Norbert Ghafouri , Leiter der Filmschauspielschule Berlin, begeistert vom Ausnahmeregisseur: "Am meisten hat mich an ihm beeindruckt, wie viel er von sich persönlich in seine Arbeit einbringt."