Musik

"Ich höre den Leuten auf der Straße zu"

Liedermacher Reinhard Mey war sichtlich bewegt, als er am Donnerstagabend den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie "Text Liedermacher" aus den Händen seines langjährigen Freundes Klaus Hoffmann entgegennahm.

"So viele Blitzlichter, so viele festlich gestimmte Menschen", freute sich der 68-Jährige. Der in Wilmersdorf geborene Musiker findet Inspiration für seine Texte in seiner unmittelbaren Umgebung. "Ich höre den Leuten auf der Straße zu. Augen auf, Ohren auf, Antennen raus. Ich bin ein guter Beobachter", sagte Mey.

Seit über vier Jahrzehnten setzt sich der Musiker in seinen Liedern mit politischen und persönlichen Themen auseinander. Dass er nun für seine Texte mit dem Musikautorenpreis ausgezeichnet wurde, gönnte ihm auch sein Kollege Konstantin Wecker , der in der gleichen Kategorie nominiert war, von Herzen. "Das hat der Reinhard verdient."

Privat musste Mey 2009 einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Sein Sohn Max war nach einer verschleppten, nicht diagnostizierten Lungenentzündung und Herzrhythmusstörungen in ein Wachkoma gefallen und wird seitdem von Mey, seiner Frau Hella und den Geschwistern Frederik und Victoria-Luise betreut. Die Familie lebt in Frohnau.

Seiner Heimatstadt Berlin hat Mey bereits mehrere Lieder gewidmet. In einem heißt es: "Aber zu Haus kann ich nur in Berlin sein. Da ist das Leben, da wohnt der Bär."

Im Herbst wird Mey mit seinem aktuellen Album "Mairegen" auf Tournee gehen.