Felix Burda Award

Prominenter Kampf gegen ein Tabu

Sandra Basan

Barbara Schöneberger hat es wieder getan. Nur zwei Tage nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises stand die quirlige Moderatorin erneut in einem knappen Kleid auf einer großen Bühne, um locker durch eine glamouröse Gala zu führen.

Doch anders als im Friedrichstadtpalast ging es am gestrigen Sonntagabend im Ballsaal des Adlon um ein ernstes Thema. Unter dem Motto "Familie und Verantwortung" wurde der Felix-Burda-Award zum neunten Mal verliehen - ein Preis, mit dem all jene geehrt werden, die sich für die Verbesserung der Darmkrebsvorsorge in Deutschland einsetzen.

Genauso unverkrampft wie die Moderatorin ("Es ist nicht erwünscht, dass heute Abend Grabesstimmung herrscht"), gingen auch die Gäste mit dem Tabuthema um, dass eigentlich längst kein Tabuthema mehr ist. "Mittlerweile kann man sogar am Dinnertisch darüber reden", sagte Nina Ruge , "es gibt Schlimmeres als eine Darmspiegelung." Zum zehnjährigen Jubiläum der Felix-Burda-Stiftung, die von Hubert Burda und seiner damaligen Frau Christa Maar zum Gedenken an ihren Sohn Felix, der mit nur 33 Jahren an Darmkrebs starb, gegründet wurde, waren 300 Unterstützer aus Medien, Wirtschaft und Wissenschaft gekommen, darunter auch Wolfgang Stumph , der im vergangenen Jahr für sein Engagement ausgezeichnet worden war und diesmal als Laudator für Preisträger Erol Sander in der Kategorie "Stars for Prevention" fungierte. Vor allem Prominente sollen helfen, das Thema bekannt zu machen. Verona Pooth geht derzeit auch regelmäßig zum Arzt, aber zum Gynäkologen. "Ich hatte gestern wieder ein Arztgespräch. Alles okay, in sechs bis acht Wochen ist der kleine Mensch da", sagte die Hochschwangere, die trotzdem ins Adlon kam. "Das ist Ehrensache, ich bin seit fünf Jahren Botschafterin. Man hilft mit dem Auftritt anderen Menschen, die vorher so ahnungslos waren wie ich."