Veronica Ferres

"Die Geschichten lesen sich fast wie Krimis"

Veronica Ferres ist gerne Blondine. Das wecke Beschützerinstinkte, sagt die Schauspielerin. Dass sie auch ohne Hilfe sehr gut zu Recht kommt, beweist die 45-Jährige allerdings seit Jahren.

Kaum einer, der Veronica Ferres nicht schon im Fernsehen gesehen hat, meist in Rollen, in denen es das Schicksal nicht gut mit ihr meint. Doch sie kämpft. Auch für ihre Privatsphäre. Veronica Ferres möchte den Fokus nicht auf sich und ihren Lebensgefährten, den in die Kritik geratenen Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer richten, sondern auf diejenigen, die sonst weniger Gehör bekommen. Gerade veröffentlichte sie gemeinsam mit Co-Autorin Nicole Maibaum ihr drittes Buch, "Kinder sind unser Leben". Darin porträtiert sie Menschen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen: "Man kann sich gar nicht vorstellen, was einem da für Nöte und Schicksale begegnen", beschreibt die Erfolgsschauspielerin. "Die Geschichten lesen sich fast wie Krimis."

Das Bewusstsein, sich für andere einzusetzen, gibt sie auch ihrer neunjährigen Tochter Lilly Katharina weiter, die "eine Sparbüchse für ihr Taschengeld hat und eine, in der sie für Spenden spart." An drehfreien Tagen holt Veronica Ferres ihre Tochter selbst von der Schule ab. Vorher liest sie die ihr angebotenen Drehbücher und lernt Textpassagen für anstehende Filmarbeiten auswendig. Am Tag des Interviews sind es einige von insgesamt 120 Seiten, durch die es sich zu kämpfen gilt. Mit dem gelernten Stoff soll es Ende April für zwei Wochen nach Thailand gehen, wo die Schauspielerin an der Seite von Hans-Werner Meyer Szenen eines von Nico Hofmann und Natalie Scherf produzierten Tsunami-Films drehen wird. Eine thematisch hochaktuelle Produktion, die lange geplant war und nun zufällig in die Zeit der Katastrophe in Japan fällt. Darin ist sie einmal mehr als starke, kämpferische Frau zu sehen. Eine Rolle, in die sie auch für den "Sat1"-Film "Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis" (Dienstag, 20.15 Uhr) geschlüpft ist. Ferres und Herbert Knaup verkörpern die Eltern des deutschen Schülers Marco Weiss ( Vladimir Burlakov) , der 2007 in der Türkei nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer minderjährigen Engländerin im Gefängnis landete.

Während der Dreharbeiten kam der Schauspielerin eine Episode aus ihrem eigenen Leben wieder in den Sinn. Veronica Ferres erinnerte sich daran, wie ihr vor einigen Jahren ein Türke im Urlaub das Leben rettete. Er erkannte, dass sie sich durch eine Verletzung eine Blutvergiftung zugezogen hatte und brachte sie ins Krankenhaus: "Ohne ihn wäre es mit mir vorbei gewesen."