Interview

"Meine Stimme ist ein Geschenk Gottes!"

Keiner verdient es mehr, den Titel Disco-Queen zu tragen: Gloria Gaynor (61) schuf in den 70ern Evergreens wie "I Am What I Am" und "Never Can Say Goodbye".

Ihr größter Hit "I Will Survive" wurde zur Mutmacher-Hymne für Millionen von Frauen. Heute ist die Soul-Sängerin Gaststar bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" in Berlin - und wird in der Kategorie "Lebenswerk Musik" ausgezeichnet. Ilka Peemöller hat mit ihr gesprochen.

Berliner Morgenpost: Was ist das für ein Gefühl, dass Jung wie Alt immer noch ihre Hits hören?

Berliner Morgenpost: Es ist unglaublich. Aber es verstärkt meinen Glauben, den ich von Anfang an hatte: Meine Stimme ist ein Geschenk Gottes, ich soll Lieder wie "I Will Survive" mit der Welt teilen.

Berliner Morgenpost: Seit wann glauben Sie an Gott?

Berliner Morgenpost: Schon als Kind habe ich gebetet, aber ich habe heute eine viel tiefere Bindung zu ihm. Er zeigte mir den Weg, wie ich leben soll und gab mir dabei die nötige Kraft und Unterstützung. Gott half mir, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und er zeigte mir den Weg, dass ich es erfolgreich durch dieses Leben schaffe.

Berliner Morgenpost: Gab es einen Wendepunkt, der Sie und Ihre Einstellung zum Leben verändert hat?

Berliner Morgenpost: Ja, als ich von der Bühne fiel und mehrere Monate im Krankenhaus verbringen musste. Es war ganz sicher die härteste Lebenserfahrung, denn ich musste für knapp ein Jahr aufhören zu arbeiten, und es war körperlich sehr schmerzhaft. Heute sehe ich es so: Gott ließ das passieren, damit er zu mir sprechen konnte.

Berliner Morgenpost: Damals hieß es, Sie würden Ihr Leben lang querschnittsgelähmt bleiben...

Berliner Morgenpost: Das war traumatisch. In dieser Zeit habe ich nicht nur gelernt, mit Gott zu sprechen, sondern vor allem zuzuhören. Die meisten von uns hören nicht zu, weil wir mit allem so beschäftigt sind und uns ablenken lassen. Es dreht sich alles um unsere Karriere, unseren Job, unsere Kinder. Wir nehmen uns keine Zeit mehr für die wichtigen Dinge. Wir haben Fragen, aber noch bevor wir eine Antwort hören könnten, sind wir schon wieder mit der nächsten Sache beschäftigt.

Berliner Morgenpost: Während Sie im Krankenhaus lagen, hatten Sie also Zeit, um Antworten zu finden?

Berliner Morgenpost: Ich hatte Zeit für alles Mögliche, ich konnte mich ja nicht einmal bewegen. Im Krankenhaus fand ich zu meiner Spiritualität: In diesem ruhigen Moment lernte ich, mit meinem Herzen zu sprechen. Das war der Moment, als ich hinterfragte: Was genau ist Gott, was hat er mit mir zu tun, ist er in meinem Leben. Ist er eine persönliche Kreatur? Ich begab mich auf die Suche. Denn aus materieller Sicht hatte ich alles, aber ich hatte keine Erfüllung im Leben. Und da erst fand ich raus, dass man das Glück nicht in Dingen findet.

Berliner Morgenpost: In welchen - aus heutiger Sicht - falschen Dingen haben Sie das Glück gesucht?

Berliner Morgenpost: In wunderschönen Hotelsuiten, Luxus-Reisen oder Romanzen. Dann heiratete ich, weil ich dachte, dass es das Ultimative sei - aber das war es auch nicht. Ich versuchte, wundervoll und treu zu meinem Ehemann, also die perfekte Ehefrau, zu sein. Oder auch die perfekte Entertainerin - aber nichts brachte mir die Erfüllung.

Berliner Morgenpost: Wie also lautete die Antwort, die Ihr Leben veränderte?

Berliner Morgenpost: Ich glaube, dass wir alle mit einer Leere geboren worden sind, die nur Gott imstande ist auszufüllen. Und erst seitdem ich eine persönliche Beziehung zu Christus aufgebaut habe, bin ich erfüllt. Jetzt sehe ich es als meine Bestimmung, dass ich mein Wissen und meine Liebe zu Gott teilen soll - und zwar durch meine Musik. Seitdem lese ich jeden Tag die Bibel: morgens, um mich führen zu lassen, abends, um mich wohlzufühlen.