"Rottmann schlägt zurück" (heute, 20.15 Uhr, ZDF)

Ein schwieriges Spiel mit Verrätern

Das Casting war die Hölle. "Mich hat noch nie jemand so dermaßen durch den Fleischwolf gedreht", erinnert sich Elke Winkens an das erste Aufeinandertreffen mit Regisseur Mark Schlichter . Sie bekam die Rolle und hat gleich am ersten Drehtag in Neukölln nur geheult - weil es im Drehbuch stand.

Im Polizeithriller "Rottmann schlägt zurück" (heute, 20.15 Uhr, ZDF) spielt Elke Winkens die Frau eines SEK-Mannes, der durch falsche Beweise unter Korruptionsverdacht gerät. Heino Ferch war nicht nur sofort überzeugt vom Plot ("Mir haben die Purheit und Ehrlichkeit an Rottmann gefallen. Ich mag diese spießigen Polizeifilme nicht"), sondern auch von seiner Filmpartnerin: "Er kannte meine Arbeit, hat früher 'Kommissar Rex' geschaut. Das hätte ich gar nicht gedacht", sagt die 40-Jährige, die durch die Krimiserie mit dem Schäferhund bekannt wurde. Doch gegen "Rottmann" war "Rex" nur ein Kinderspiel.

Während sie immer verheult und mit dicken Augenringen vor der Kamera agierte, flog Ferch nicht nur sein Filmleben, sondern auch die Inneneinrichtung um die Ohren: "Einmal wurden Türen weggesprengt, die meterweit geflogen sind. Diese Wucht allein lässt einen die Gefahr erahnen, der diese Menschen tagtäglich ausgesetzt sind", erzählt der 47 Jahre alte Schauspieler, der die Männer vom Spezialeinsatzkommando nicht um ihre Jobs beneidet: "Dazu muss man geboren sein - und das alles dann auch noch für relativ kleines Geld. Gefahr und Gehalt stehen beim SEK in keinem Verhältnis." Zur Vorbereitung hat Ferch sich mit einem SEK-Mann getroffen. Elke Winkens hingegen las das Drehbuch. 50 Mal. "Das habe ich von Sophia Loren . Man muss sich schließlich in die Figur hineinfühlen." Auch mit Intrigen und Verrat haben beide unterschiedliche Erfahrungen gemacht. "Ich kenne so einen Racheimpuls glücklicherweise nicht, und ich hoffe, das bleibt auch so", sagt Heino Ferch. Seine Filmfrau hat zumindest eine Ahnung: Bei der Filmpremiere zu "Untersuchung an Mädeln" (1999) mit Anna Thalbach hörte sie auf der Toilette, wie sich zwei Freundinnen nebenan in der Kabine darüber austauschten, wie Elke Winkens wohl an die Rolle gekommen sei: "Es war interessant zu hören, was die so für Ideen hatten. Geschmerzt hat es mich aber nicht."

"Rottmann" wurde im vergangenen Sommer fünf Wochen lang in Berlin gedreht. Die Stadt war 20 Jahre lang Heino Ferchs Zuhause, bis ihn die Liebe 2007 nach Bayern zog. Er lebt jetzt in Inning am Ammersee, mit Ehefrau Marie-Jeanette Steinle und Tochter Ava Vittoria Mercedés (2). Elke Winkens zog in die andere Richtung. Neben ihrer Wohnung in Wien, die sie mit ihrem Verlobten Gerald Loho teilt, baut sie sich seit August auch ein Leben in Charlottenburg auf.