Auszeichnung

"Goldene Nase" für Nanna Kuckuck

So ähnlich wie Katja Riemann mag es auch schon anderen Frauen gegangen sein. Die Schauspielerin jedenfalls kam nachts auf der Bleibtreustraße an dem kleinen Geschäft mit den vielen schönen, bunten Kleidern vorbei und konnte es kaum abwarten, am nächsten Tag ein paar davon anprobieren zu dürfen.

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"Ein glücklicher Zufall", findet Designerin Nanna Kuckuck. Gestern Abend wurde die Berlinerin im Bode-Museum mit dem Modepreis "Goldene Nase 2009" geehrt. Mit dem Preis werden Personen ausgezeichnet, die in Sachen Mode den richtigen Riecher haben.

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"Ein glücklicher Zufall", findet Designerin Nanna Kuckuck . Gestern Abend wurde die Berlinerin im Bode-Museum mit dem Modepreis "Goldene Nase 2009" geehrt.

Mit diesem Preis werden Personen ausgezeichnet, die in Sachen Mode den richtigen Riecher bewiesen oder sich um die Modestadt Berlin verdient gemacht haben. Zu den Gästen, vor denen Nanna Kuckuck im Rahmen einer Modenschau fast 50 verschiedene Einzelstücke präsentierte, gehörte auch Katja Riemann.

Die große Begeisterung, die sie am Rande des Laufstegs zeigte, galt allerdings nicht nur den Haute-Couture-Modellen der befreundeten Designerin. Ihre Tochter Paula führte gleich mehrere Roben vor - was die stolze Mutter zu Pfeifkonzerten verleitete und sie schließlich fast zu Tränen rührte. Zu den Gästen gehörten auch Schauspielerin Eva Habermann sowie Moderatorin Inge Posmyk . Die Modenschau hatte so einiges an Vorbereitung erfordert. "Man ist erstaunt, was man alles schaffen kann", hatte Kuckuck zuvor gesagt und dazu herzlich gelacht, wie sie es oft tut.

Seit 13 Jahren hat die Designerin ihr Ladengeschäft in Charlottenburg. Studiert hat sie am Berliner Lette-Verein. "Als ich aufgenommen wurde, war ich ein bisschen irritiert, denn ich hatte nicht allzu großen Einsatz gezeigt." Möglicherweise half auch die familiäre Prägung ein wenig mit, schließlich war die Mutter Malerin und der Vater Bildhauer. Nach dem Studium ging sie für ein Jahr nach New York, pilgerte dann mit einer kleinen Kollektion von einer Boutique zur nächsten, um ihre Entwürfe zu verkaufen. "Dann fiel die Mauer, und als Berliner Kind sagte ich mir: Da bin ich dabei."

Nicht nur mit eigenem Atelier und Laden versuchte Kuckuck Fuß zu fassen, sondern auch auf Messen im In- und Ausland. "Ich merkte schnell, dass das Ordergeschäft nicht meines ist." Sie wollte nicht nur ein Teil nach dem anderen produzieren, sondern "den künstlerischen Moment leben". "Ich übe meinen Beruf mit sehr viel Liebe aus - und ich war nie gewillt, meinen idealistischen Blick aus geschäftlichen Gründen aufzugeben."

Sie sei sich treu geblieben und lebe heute ihren "Mädchentraum". Für jedes Einzelstück nimmt sie sich so viel Zeit, wie dieses Einzelstück eben braucht. "Wie in Trance" sei sie manchmal bei der Arbeit, wenn sie so ganz allein mit einer Puppe sei und Stoffbahnen drapiere. Viele der farbenprächtigen Stoffe stammen aus Indien, die Drucke aus Italien und die Plissees, die ja ein Stück weit ihr Markenzeichen sind, die lässt sie in Berlin machen. Was am Ende herauskommt, könnte mitunter unterschiedlicher kaum sein. Doch gemein haben die Kleider neben der Liebe zum Detail, dass sie die weiblichen Formen umschmeicheln. Zu sehen sind sie immer wieder auf dem roten Teppich: Zu den prominenten Kundinnen gehört Gudrun Landgrebe genauso wie die Begum Inaara Aga Khan . "Ich freu' mich einfach, wenn die Damen mit strahlenden Gesichtern aus der Umkleidekabine kommen. Egal, ob prominent oder nicht", sagt Kuckuck. Vor Kurzem bekam sie eine Anfrage aus New York, ob sie nicht an der dortigen Fashion Week teilnehmen wolle. Geschmeichelt sei sie schon, aber ob sie den Schritt wagt, hat sie noch nicht entschieden.

Nanna Kuckuck sagt, dass sie fest daran glaubt, dass ein Kleid sich seine Trägerin sucht und umgekehrt. Angelina Jolie, die ahnt hingegen noch nicht, dass in Charlottenburg auch "ihr" Kleid auf sie wartet. Es ist aus zartem, cremefarbenem Chiffon. "Man muss doch noch Träume haben", sagt Kuckuck. Und lacht wieder ihr ansteckendes Lachen.