Produzentenfest

Klassentreffen der Filmleute

Es ist ein Gefühl, als liefe man durch den Abspann des bestbesetzten deutschen Films der letzten Jahre. Tolle Schauspieler, Regisseure, Produzenten überall.

Von wegen, Geldgeber und Kreative streiten immer nur um Geld: Der Abend ist eine Einladung zum Dialog. Beim zweiten Produzentenfest der Produzentenallianz im Spreespeicher an der Stralauer Allee feiern die etwa 1000 Gäste ihre Zusammenarbeit und trinken auf die Zukunft. Mit dabei Bundestagspräsident Norbert Lammert , der die Begrüßungsrede hält: "Eine Allianz ist wie eine gute Ehe: mehr Liebe für einander als Eifersucht aufeinander."

Einen besonderen Grund, sich zu freuen, hat Regina Ziegler : "Ich bin heute in absoluter Feierlaune." Die Erfolgsproduzentin kommt direkt von Verhandlungen, bei denen entschieden wurde, dass ihre Miniserie "Weissensee" fortgesetzt wird. "Wir werden sieben weitere Episoden produzieren." Während sie glücklich davon spricht, drängeln sich immer neue Leute auf dem heute ausnahmsweise mal blauen Teppich. Schauspieler Joachim Król nimmt im Akkord die Produzenten Claus Boje , Detlef Buck und Stefan Arndt in den Arm. Er hat ein paar Tage frei und schwärmt von seinen aktuellen Dreharbeiten zu "Tom Sawyer". Er könne den Film machen, weil ein anderes Projekt vorerst geplatzt ist: "Ausgerechnet Sibirien" von Jungproduzentin Minu Barati-Fischer . Er sagt: "Dass ein Projekt sich verzögert, ist normal. Ich kämpfe dafür, dass wir nächstes Jahr drehen können."

Kämpfen will auch Jessica Schwarz . "Ich bin hier auf der Suche nach Kohle für einen eigenen Film. Mal gucken, ob ich Geld auftreiben kann." Sie ist überrascht, wer alles gekommen ist: darunter Franz Dinda , Til Schweiger , Hannelore Elsner , Anna Maria Mühe , Jennifer Ulrich , Wolf Gremm , Steffen Groth , Christian Berkel , Ulrich Tukur , Anja Kruse .

Eine, die mit Schauspielerei noch nichts am Hut hat, ist Oslo-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut . Sie stapft in derben Stiefeln über den blauen Teppich und strahlt ihr typisches Lena-Lächeln. "Auf die Schauspielschule zu gehen, war mein Plan, der liegt zur Zeit aber auf Eis", gesteht sie. Kein Wunder, sie ist voll und ganz mit der Produktion ihres zweiten Albums beschäftigt. Die Musikkarriere geht jetzt erst mal vor. Schließlich will sie ja im kommenden Jahr noch einmal beim Eurovision Song Contest mitmachen: "Ich gehe da genauso gelassen ran wie schon beim ersten Mal. Auch da habe ich nichts erwartet und mich im Endeffekt gerade deshalb besonders über den Sieg gefreut." Ausgerechnet Erfolgsproduzent Detlef Buck behauptet: "Ich habe keine Ahnung vom Produzieren." Er liebe es einfach Filme zu machen: "Und fertig."