Rainer-Hildebrandt-Medaille für Yitzhak Rabin und Zheng Yichun

Zum ersten Mal ist gestern die "Dr. Rainer-Hildebrandt-Medaille" verliehen worden. Der Preis wird vom Museum Haus am Checkpoint Charlie gestiftet, in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Er soll Menschen würdigen, die sich weltweit gewaltfrei für Menschenrechte eingesetzt haben. In der Jury vertreten sind u.a. der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger und Hans-Dietrich Genscher .

Geehrt wurden der 1995 ermordete israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Yitzhak Rabin sowie der chinesische Dissident und Journalist Zheng Yichun .

Für Rabin sollte dessen Tochter Dalia die Medaille in Empfang, sie mußte allerdings wegen einer Erkrankung absagen. Auch der Preis für Zheng Yichun konnte nicht persönlich übergeben werden: Der Chinese wurde 2004 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Der Termin für die Auszeichnungen soll nicht zuletzt an den "Tag der Menschenrechte" erinnern, der am 10. Dezember begangen worden ist. Zugleich soll des Geburtstags des Museumsgründers, Rainer Hildebrandt, gedacht werden. Bärbel Bohley würdigte den "Funken" der Freiheit, den Hildebrandt entfacht habe.

In seiner Laudatio auf die beiden Preisträger nannte der ehemalige Botschafter Israels in Berlin, Avi Primor , Zheng Yichun einen "Mann, der Mut hat" und einen "Helden in seinem eigenen Land". Rabin hingegen sei "ein Held einer anderen Art" gewesen: ein siegreicher Soldat, der aber erkannt habe, daß man "mit Krieg letzten Endes gar nichts erreicht".

Alexandra Hildebrandt bedauerte die Abwesenheit Zheng Yichuns, den der Gefängnisaufenthalt bereits schwer gezeichnet haben soll. Sie berichtete vom hinhaltenden Verhalten der chinesischen Botschaft. Die Reaktion dort auf die Preisverleihung, so Frau Hildebrandt: "Sie tun Böses damit!"

An die Verdienste Rabins erinnerte in ihrem Grußwort Hildegard Müller , Staatsministerin im Bundeskanzleramt. Die CDU-Politikerin fand deutliche Worte zu den antiisraelischen Ausfällen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadi-Nedschad. Sein Verhalten sei "schockierend und vollkommen inakzeptabel".

Stellvertretend für Zheng Yichun nahm die Journalistin Lea Zhou die Medaille entgegen. Der Preisträger habe "Licht ins Dunkel gebracht". Eitan Haber , langjähriger Freund Rabins, erinnerte an einen großen Satz des Nobelpreisträgers: "Frieden wird mit Feinden geschlossen."

BM